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Kunst
Mondprofil, Fegefeuer und Eifelmaar

Die digitale Collage „Fliegkopf blau“ von Ursula Hülsewig.
Die digitale Collage „Fliegkopf blau“ von Ursula Hülsewig. FOTO: TV / Eva-Maria Reuther
Trier. Eine neue Ausstellung in der Europäischen Rechtsakademie Trier widmet sich den digitalen Collagen der Malerin und Grafikerin Ursula Hülsewig. Von Eva-Maria Reuther

Der Region ist sie bestens bekannt. Seit Jahren lebt und arbeitet Ursula Hülsewig in der Eifel, 2013 erhielt sie den Kaiser-Lothar-Preis der Stadt Prüm. Auch als Lehrerin wird die Malerin und Graphikerin geschätzt, die regelmäßig Radierkurse im Haus Beda in Bitburg gibt. Das Werk der 1936 in Gelsenkirchen geborenen Künstlerin, die in Saarbrücken und Köln studierte, ist bestimmt von ihrer großen Nähe zum Surrealismus.

Als „Künstlerin des Fantastischen“ wurde sie einmal bezeichnet. Allerdings ist Ursula Hülsewig auch eine Künstlerin des unentwegten Suchens, für die ihr Schaffen permanente künstlerische Bewegung bedeutet. Bis heute experimentiert sie mit neuen Techniken und Ausdrucksformen. In ihrer aktuellen Ausstellung in der Europäischen Rechtsakademie (ERA) in Trier ist es vor allem die digitale Kunst, der ihr Interesse gilt. Seit mehreren Jahren experimentiert Hülsewig mit am Computer bearbeiteten Bildern.

In einer umfangreichen Ausstellung legt sie jetzt in Trier Collagen vor, die sie mit Hilfe des Programms Photoshop gestaltet hat. Die präsentierten Arbeiten sind gleichsam die digitale Weiterentwicklung ihrer früheren sozusagen analogen Collagen. Auch bei den meist farbstarken letztlich aus Dateien bestehenden Bildern, die anschließend ausgedruckt wurden, geht es um Fantastisches und Kosmisches, um Mondprofile, blaue „Fliegköpfe“ und Fegefeuer, um Seelenzustände und Verwundbarkeit, dazu um Eifelmaar und Kiesgrube.

Fraglos ist das hier verwendete Bildbearbeitungsprogramm Photoshop ein gleichermaßen zeitgenössisches wie legitimes Mittel zur Bildfindung und Bildschöpfung. Allerdings fehlt diesen Arbeiten die haptische, soll heißen auch für die Augen griffige Qualität der Farbe, sowie die Unmittelbarkeit einer herkömmlich geschaffenen Collage. Was sich in diesen digitalen Arbeiten darstellt hat die Anmutung von Fotos ohne deren Regelwerk. Die digitale Ästhetik macht zudem, dass der Eindruck trotz der opulenten Farbigkeit flach bleibt. Man bleibt als Betrachter außen vor. Zu sehen sind auch einige Originalradierungen der Künstlerin, deren wenige Linien hingegen ergreifen.

Bis 2. November, Montag bis Donnerstag, 9 bis 17 Uhr, Freitag 9 bis 16 Uhr ,www.era.int