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"Monster High" in der Arena Trier: Komponist spricht über sein neues Musical

 „Monster High“ richtet sich an Fünf- bis Zwölfjährige sowie an ältere Mädchen, die früher einmal mit Barbie-Puppen gespielt haben. Foto: Veranstalter
„Monster High“ richtet sich an Fünf- bis Zwölfjährige sowie an ältere Mädchen, die früher einmal mit Barbie-Puppen gespielt haben. Foto: Veranstalter FOTO: (wh_wst )
Trier. Sie sind die gruseligen Schwestern von Barbie - die Monster-High-Puppen der Firma Mattel. Frankie Stein, Draculaura und Clawdeen Wolf sind die Nachfahren ihrer berühmten Monsterväter Frankenstein, Dracula & Co. Nun gibt es die schrillen Charaktere auch als Musical. Stefanie Braun

"Monster High - Live" ist am Freitag, 29. April, um 17 Uhr in der Arena in Trier zu sehen. Schöpfer des "spuktakulären Musicals", wie es auf der Homepage heißt, ist der Moselaner Thomas Schwab, der schon Yakari auf die Bühne brachte. Mit Redaktionsmitglied Stefanie Braun sprach er über Markenmonster, Macken und Schönheitsideale.

Worum geht es in "Monster High"?
Thomas Schwab: "Monster High" und die dazugehörigen Monsterpuppen sind eine Marke von Mattel. Im Musical geht es um das Leben und den Alltag auf der Monster High School, wo die Kinder weltberühmter Monster- und Gruselfiguren wie beispielsweise Dracula oder Frankenstein zur Schule gehen und sich dort wie ganz normale Teenager benehmen. Aber vor allem geht es darum, dass jedes der Monster eine Macke hat, einen Tick, und dass keiner perfekt ist. Es geht darum, dass man seine Fehler, seine Macken, seine Ticks erkennt, annimmt und sich okay findet, wie man ist. Aus dieser Botschaft, kombiniert mit dem High-School-Alltag, der ersten großen Liebe und einem Tanzwettbewerb, haben wir unsere Musical-Show gemacht.

Das klingt jetzt, als wären Teenies, die gerade in ihrer Selbstfindungsphase sind, die Zielgruppe?
Schwab: Die Kernzielgruppe der Marke ist sogar noch jünger, von fünf bis zwölf Jahren etwa. Ich schätze, sieben bis achtjährige Mädchen sind unsere genaue Zielgruppe, auch die Mädels, die älter sind und mal mit diesen Puppen gespielt haben.

2013 haben Sie aus der Trickfilmfigur Yakari ein Musical gemacht, jetzt die Monsterpuppen - warum haben Sie sich gerade diesen Stoff für ein Musical ausgesucht?

Schwab: Damals bei Yakari haben uns unsere Kinder auf den Stoff aufmerksam gemacht. Wir haben uns im Team viele Stoffe angeschaut, und was uns an "Monster High" fasziniert hat, ist, dass es vordergründig sehr grell ist, aber dass sich hinter dieser bunten Fassade eine schöne Botschaft verbirgt.
Und wenn man sich mit den Charakteren beschäftigt, dann fällt einem auf, dass sie alle total liebenswert sind. Wir haben ein Ensemble von 17 Leuten, die nun die Chance haben, daraus eine Show zu formen.

Und wie gehen Sie da musikalisch ran?
Schwab: Es klingts natürlich viel moderner als "Yakari", wegen der Tanzeinlagen musste es auch viel tanzbarer sein. In erster Linie wollen wir zwar Shows für Kinder machen, aber die Eltern sollen nach den zwei Stunden auch denken, dass es gut war, was sie gesehen und gehört haben. Das ist unser Anspruch, der ja auch über die Musik größtenteils gedeckt werden muss. Es sind weder typische Kinderlieder noch Lieder für Erwachsene, sondern ein Mittelweg.

Diese Figuren wurden von Mattel entworfen, genau wie Barbie. Fühlen Sie sich nicht als Werbeträger für Mattel?
Schwab: Bei jedem Produkt, bei "Yakari" war das auch so, gibt es das: Die Puppen, die Handtücher, die Tassen, die Bücher, die CDs und immer mehr Shows oder Kinofilme. Das ist uns während der Arbeit nicht negativ aufgefallen. Klar ist das, was wir hier machen, für die Marke Mattel eine große Marketingsache, aber das Musical oder der Film sind eben die zwei Werkzeuge, die eine Marke emotionalisieren. Die Marke wird lebendig, und das ist selbstverständlich das Beste, was ihr passieren kann. Das haben wir bei "Yakari" auch gemerkt. Wenn der "echte" Yakari vor den Kindern steht und Autogramme unterzeichnet, fallen die Kinder im übertragenen Sinne reihenweise um. Das ist faszinierend für sie.

Die Botschaft soll sein, dass Anderssein okay ist und jeder seine Macken haben darf. Wenn man sich aber dann die Puppen ansieht, sind diese top gestylt, nach Modemaßstäben perfekt dünn und stark geschminkt - ist das überhaupt vorbildlich für Kinder?
Schwab: Die Botschaft ist nicht "sei dünn, dann bist du okay", weil tatsächlich die Macken der Charaktere im Vordergrund stehen. Die eine verliert immer ihren Arm, bei der anderen fängt‘s um den Kopf herum an zu schneien, wenn sie sich ärgert, beim nächsten erscheinen Flammen auf dem Kopf, wenn er Gitarre spielt. Das ist vordergründig lustig, transportiert aber vor allem das "Anderssein". Ob die eine tolle Figur haben, spielt gar keine Rolle. Ich glaube, das nehmen eher die Erwachsenen wahr.

Sind Sie sich denn bewusst, dass Sie auch die Aufgabe haben, den Kindern eben nicht zu vermitteln: "Du kannst ruhig anders sein, Hauptsache, du bist schön und schlank"?
Schwab: Diese Gefahr sehe ich gar nicht, weil unsere Figuren gerade nicht "stromlinienförmig schön und schlank" sind. Sie sind bunt und schrill, und jede Figur für sich ist ganz individuell. Genau das ist der Punkt: Es ist okay, wenn man sich selbst erkennt und sich annimmt und weiß, dass man eben nicht so sein muss wie seine Banknachbarin oder Freundin. Es geht nicht ums Nachahmen, sondern darum, dass man dann stark ist, wenn man so ist, wie man ist. Das zu vermitteln, ist auch Aufgabe der Eltern.

Ihre zwei Jungs waren von "Yakari" bestimmt begeistert, was sagen sie denn zu "Monster High"?
Schwab: (lacht) Anfangs fanden sie es sehr peinlich und meinten, dass sie das in der Schule nicht mal erzählen dürfen. Aber jetzt sind sie mal bei den Proben dabei und sehen, wie cool die männlichen Darsteller tanzen, dass sie Breakdance machen und Flic Flacs und cool singen, also sie haben ihre Meinung mittlerweile geändert. sbra

Karten: TV-Service-Center Trier, Tickethotline 0651/7199-996; www.volksfreund.de/tickets