1. Region
  2. Kultur

Mosel Musikfestival: Konzert von Wildes Holz im Brunnenhof in Trier open-air

Mosel Musikfestival : Wildes Holz in lauer Sommernacht

Trio begeistert beim Mosel Musikfestival mit Eigenkompositionen und individuellen Hit-Variationen.

Eine Blockflöte als Rockinstrument ist sicher ungewöhnlich. Dass dieses Instrument aber in all seinen Facetten – von der Piccolo- bis zur geknickten Bassflöte – ebenfalls geeignet ist, Rock- und Popklassiker auf mitreißende Art zu intonieren, das hat Tobias Reisige vom Trio Wildes Holz unter Beweis gestellt. Begleitet wurde er vor rund 200 Zuschauern bei hochsommerlichen Temperaturen im ausverkauften Trierer Brunnenhof neben der Porta von Markus Conrads an Bass und Mandoline und Djamel Laroussi an der Gitarre. „Wer ein Blockflötentrauma aus seiner Kindheit hat, der wird heute Abend geheilt“, versprach Tobias Scharfenberger, Intendant des Mosel Musikfestivals, das das Konzert in Kooperation mit dem Jazzclub Trier und der Trier Tourismus Marketing (ttm) ausgerichtet hat. Und dieses Versprechen ging direkt in Erfüllung.

Zart und trotzdem eindringlich intonierte Reisiger in Begleitung des Kontrabasses den Beatles-Klassiker „Eleanor Rigby“. Schön auch die Eigenkomposition „Holzhammer“, in der das Trio sich äußerst vielseitig präsentierte: Erst mit viel Power wie bei einer  Rockband, dann wieder zart wie bei einer Ballade mit anschließenden Ausflügen in kurze an Flamenco erinnernde Passagen, bevor die Musiker wieder zu einem rockigen Abschluss zurückkehrten. Meist wechselten sich Kontrabass und Blockflöte bei den Soli ab, während die Gitarre die Rhythmen und die Leitmelodien der jeweiligen Stücke vorgab.

Ob Variationen bekannter Popsongs wie „Like a Virgin“ von Madonna, in das Wildes Holz eine Passage von Santanas „Oye Como va“ einbaute, oder bei der Filmmelodie von „Rocky“, bei dem Blockflötist Reisiger gleich mehrere Ausführungen seines Instruments nutzte, um seine eigenen Melodien aufzunehmen und sich dann per Loop-Funktion seine eigene melodische Basis schuf, die er für die Hauptmelodie nutzte – immer wieder erhielten die mit viel Leidenschaft auftretenden Musiker starken Applaus und Bravo-Rufe vom Publikum. Französische Chansons wie „Ne me quitte pas“, Jazz-Klänge gemischt mit türkischer Folklore, der Instrumentalklassiker „Popcorn“ von Hot Butter, bei dem Bassist Conrads zur Mandoline griff, neben seiner virtuosen Spielkunst überzeugte das Trio mit enormer musikalischer Vielseitigkeit. Ein Abend, an den sich die Zuschauer sicher gerne erinnern werden.