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München: Wiedereröffnung des Riemenschneider-Saals

München. Nach längeren Sanierungsarbeiten öffnet das Bayerische Nationalmuseum in München am 15. Dezember wieder seinen Tilman-Riemenschneider-Saal. Zu sehen sind dort seit rund 100 Jahren vor allem frühe Arbeiten des Würzburger Bildhauers und Bildschnitzers.

Sie werden nun in maßgeschneiderten Vitrinen und aufwendiger Lichttechnik gezeigt, wie das Museum am Dienstag mitteilte. Das "Raffinement" der Schnitztechnik von Riemenschneider (1460-1531) komme im neuen Arrangement besonders eindrucksvoll zur Wirkung.
Zu den Glanzlichtern der Sammlung zählen laut Mitteilung die Schreinfiguren des Münnerstädter Retabels von 1492. Dieses Werk war das erste, das Riemenschneider nicht auf eine farbige Fassung hin konzipiert hat. Etwa zur selben Zeit entstanden zwei Passionsgruppen, die der Rothenburger Maler Martinus Schwarz in kongenialer Weise farbig gestaltet habe, so das Museum.

Der in Heiligenstadt im Eichsfeld geborene Riemenschneider war gelernter Bildhauer. Schon früh zog er nach Würzburg, wo er auch Bürgermeister war. Aufgrund seiner Parteinahme für die Bauern im Bauernkrieg verlor er jedoch 1525 Ämter und Ehren sowie einen Teil seines Vermögens. Seit 1490 sind Aufträge urkundlich nachweisbar. Sie kamen aus der Stadt Würzburg und ganz Mainfranken. KNA