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"Muh!" - "mäh!" - "muh!" - "mäh!": René Marik lässt wieder die Puppen tanzen

"Muh!" - "mäh!" - "muh!" - "mäh!": René Marik lässt wieder die Puppen tanzen

"Rapante, Rapante!" So hört es sich an, wenn der Maulwurf mit Sprachfehler nach Rapunzel ruft. Nach drei Jahren Pause ist der kleine Kerl wieder auf die Bühne zurückgekehrt. Puppenspieler René Marik hat ihn am Samstag in die Europahalle mitgebracht.

Trier. "Nich immer hahaha!" - Der Maulwurf hat es gar nicht gerne, wenn man über ihn lacht. Doch mit seiner Ermahnung hat er natürlich wenig Erfolg bei den gut 1000 Besuchern in der ausverkauften Europahalle, denn die sind ja gerade deshalb gekommen, um sich über den kleinen Kerl mit dem Sprachfehler zu amüsieren.
Ganz schön tief hatte er sich eingegraben, ganze drei Jahre lang war er in der Versenkung verschwunden. Doch nun ist er wieder zu Hause auf der Bühne, pardon: "ze Hage", denn einen Logopäden hat er in dieser Zeit - gottlob! - nicht getroffen, und versucht sich sogar an Wörtern wie "superkalifragilistischexpialligetisch", während er wie Mary Poppins am Regenschirm durch die Lüfte segelt.Altbekannt und neu


Mit dabei sind auch seine alten Partner, allen voran Eisbär Kalle mit der frechen Berliner Schnauze und "Froschn", der zudem noch einen "mäßig begabten Kerl da unten" ankündigt: den diplomierten Puppenspieler René Marik, der die Figuren überhaupt erst zum Leben erweckt. Ab und zu würde der auch mal ein Lied singen, kündigt Froschn an - "aber Sie können ja in der Zeit eine rauchen gehen".
Das aus altbekannten und neuen Nummern bestehende Programm führt quer durch die Welt von Theater, Film und Literatur. Froschn spielt abwechselnd Darth Vader, Old Shatterhand und Richard III., ja sogar den Eisberg, der von der Titanic gerammt wird.
Der Maulwurf findet sich nach dem Genuss eines offenbar halluzinogenen Pilzes ("lecki, lecki!") im Wunderland wieder, wo ihm Barbie als Alice, Kalle als weißes Kaninchen und der Hass- als Grinsekasper begegnen, ehe er schließlich in der Matrix gefangen und nur noch auf dem Großbildschirm zu sehen ist - gemeinsam mit dem jetzt blauen Frosch. Und der lässt ihn von dort einen Blick ins Publikum werfen: "Die sind da, um uns Energie zu geben", erklärt er. Ohne die Zuschauer müssten die Figuren nämlich "ein tristes Dasein in einer Aluminiumkiste" fristen."Nenenenenenenenene!"


So wechseln sich nachdenkliche und hintergründige Momente mit albern-grotesken Szenen und Slapstick-Nummern ab. Mal findet sich der Maulwurf in Afghanistan statt wie gedacht auf Mallorca wieder, mal trifft er eine Kuh, die "mäh!" macht. "Nenenenenenenee - muh!" - "mäh!" - "muh!" - "mäh!" - "muh!". Nonsens pur. Aber all das funktioniert bestens, weil René Marik die Figuren so flink bewegt und ihnen so viel Persönlichkeit verleiht, dass man fast vergisst, dass es nur Puppen sind.
Sollten Maulwurf & Co. nochmals auf die Idee kommen, sich von der Bühne zurückziehen zu wollen, dann wird es ihnen jedenfalls tausendfach entgegenschallen: "Nenenenenenenee!" daj