Multikulturelle Spurensuche und Frauenpower

Multikulturelle Spurensuche und Frauenpower

Die Suche nach der eigenen und den Spuren fremder Identität ist ihr Thema. Dabei ist Bettina Ghasempoor unterwegs in der Stadt und in der Welt. Was sie als künstlerisch überformte Ausbeute In der Galerie Neuesbild präsentiert, darf man als einen sehr weiblichen Blick auf die Welt verstehen.

Trier. Bettina Ghasempoors engagierte interkulturelle Frauenkunst ist in der Galerie Neuesbild zu sehen. Unter anderem sind es menschliche Schuhe, die sie nach dem Motto "Zeigt her eure Füße, zeigt her eure Schuh" als Ausdruck von Identität und Befindlichkeit in reizvollen Bilderserien fotografisch festhält. Aber nicht nur das: Die Trierer Künstlerin hat auch einen scharfen Blick für die kleinen unauffälligen Zeichen, die eine Stadt als lebendigen Lebens-und Reflexionsraum von Menschen unterschiedlicher Kulturen ausweisen.
"Mich interessieren gerade die unscheinbaren Dinge", sagt die Künstlerin. Zum multikulturellen, ästhetisch sehr reizvollen Bild hat Ghasempoor Schriftzeichen und Graffiti zusammengefasst, die sie bei ihren Streifzügen durch die urbane Welt gesammelt hat. Ghasempoors Kunst bezieht wie schon früher auch diesmal Stellung.
Provokant wirkt im kleinen Galerieraum ihre dominante Installation, die drei Musliminnen zeigt. Gegen Gewalt und die willkürliche Zerstörung von Kulturgütern protestiert die Künstlerin und Kunsthistorikerin in einer weiteren Arbeit in Türnähe. Bettina Ghasempoor belässt es nicht beim künstlerischen Protest. Einen Teil der Graffiti hat sie als Postkarten vervielfältigen lassen. Der Verkaufserlös geht an ein Flüchtlingsprojekt in Trier.
Die Ausstelung ist noch bis Montag, 19 Oktober, in der Schaufenstergalerie sowie am kommenden Samstag von 11 bis 14 Uhr in der Galerie Neuesbild zu sehen.