Mumford & Sons in Luxemburg: Brillianter Sound und Hammer Stimme

Mumford & Sons in Luxemburg: Brillianter Sound und Hammer Stimme

Mit Folkmusik groß rauskommen geht nicht? Von wegen. Mumford & Sons haben es gerade vorgemacht und dabei internationale Preise abgeräumt. Am Mittwochabend haben sie in der ausverkauften Rockhal vor 6000 Fans gespielt.

Meterlange Lichtgirlanden ziehen sich quer durch die gesamte Rockhal im luxemburgischen Esch-sur-Alzette. Irgendwie gibt das eine wohlige Athmospäre, wie bei einem Straßenfest. Auch das Bühnenbild ist eine riesige Lichtershow. Zig runde Leuchten, die alten Kutschenlampen mit Kerzen nachempfunden sind, geben ein warmes Licht ab. Das gesamte Szenario wechselt mal zu blutrot, royalblau oder orange.

Die Lichtshow ist Teil des Mumford&Sons Konzerts. Die vier Jungs treten zum ersten Mal in Luxemburg auf. "Sprechen Sie deutsch?", ruft Sänger Marcus Mumford sympathisierend in die Menge. Vor ihm steht ein Meer aus Menschen. 6000 Fans sind am Mittwochabend in die Rockhal gekommen. Mumfords Gesang überzeugt mehr als sein Deutsch. Sein Stimmwerkzeug ist brilliant. Auch seine Bandkollegen mischen gesanglich kräftig mit, während sie gleichzeitig Banjo, Keyboard oder Kontrabass spielen. Mumford selbst spielt Gitarre.

Die Songs sind bunt gemischt. Ältere Stücke und natürlich Songs aus dem neuen Album Babel präsentieren die Briten. Mit dem gleichnamigen Song Babel starten sie in den Abend, der verdammt spät beginnt. Zwei Vorbands müssen die Fans hören, bevor der Hauptakt des Abends die Bühne entert. Der kommt zwar pünktlich, aber eben erst um 22 Uhr. Die Stücke Little Lion Man vom Album Sigh no more und Wispers in the dark vom Album Babel sind dabei. Bei Lovers of the light runden drei Geiger und drei Bläser den Song ab. Überhaupt spielen die Folkrocker viele Balladen.

Obwohl die musikalischen Arrangements harmonisch sind, fehlt die Betonung einzelner Instrumente. Das hätte etwas mehr Abwechslung in den Abend gebracht. Den Fans gefällt es sichtlich. Sie singen viele Stücke textsicher mit.

Zugaben gibt es aufgrund des späten Beginns erst ab 23.30 Uhr. Drei Songs geben Mumford&Sons oben drauf. Erst zum Abschluss bringen sie den Ohrwurm I will wait aus dem aktuellen Album. Den erleben viele Zuschauer schon nicht mehr mit. Bereits vor Showende machen sich einige auf den Heimweg. Doch der Rest feiert die Senkrechtstarter, die jüngst bei den Grammys, beim Brit-Award und beim Echo abgeräumt haben, bis zum Schluss.

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