1. Region
  2. Kultur

Musical Isabel feiert am 4. Februar 2022 Weltpremiere in Trier

Premiere am 4. Februar : Ein Musical für die Töchter und die Welt: Das erwartet euch in „Isabel“

Ein Großprojekt in schwierigen Zeiten: Wie sich die Macher des neuen Musicals „Isabel“ auf ihre kommende Premiere in der Trierer Europahalle vorbereiten – und was die Hauptpersonen an ihrer Rolle lieben.

Drei Wochen noch – dann zeigt sich das Ergebnis von fünf Jahren Arbeit bei der Weltpremiere von „Isabel“ in der Europahalle. Fünf Jahre: So lange liegen die Anfänge zurück. Die ersten Song-Skizzen. Die Story über eine 16-jährige Cellistin, die davon träumt, eine große Musikerin zu werden und die Provinz hinter sich zu lassen. Doch dann stirbt ihr Vater, sie lernt die falschen Leute kennen, die Liebe und das Leben grätschen dazwischen.

Damals war „Isabel“ noch eine fixe Musical-Idee der Trierer Musikerinnen Ekatarina Dokshina und Maria Vicente, die ihren heranwachsenden Töchtern etwas „Außergewöhnliches“ mit auf den Weg geben wollten, inspiriert davon, was die Pianistin Dokshina selbst erlebt hat. Jetzt gibt‘s ein großes Musical mit allem Drum und Dran statt einer kleinen Geschichte.

„Das hat sich so weiterentwickelt und verselbstständigt. Es gibt auch so viele Menschen, die mitmachen“, sagt Maria Vicente, die sehr froh ist, ihr Herzensprojekt bald mit den Zuschauern teilen zu können. Nach all der Arbeit. Nach all den Mühen, das Großprojekt finanzieren zu können – die Technik, die Halle, die Profi-Schauspieler. „Klar gab es auch Zweifel und immer mal Momente, in denen ich mir dachte: ‚Was habe ich mir damit angetan?‘ Aber jetzt sind wir total froh, dass wir diesen Mut hatten“, berichtet Maria Vicente am Rande der Proben. Auch – und gerade! – in der Pandemie-Zeit, die über jedes künstlerische Großprojekt lange Schatten wirft. Nach jetzigem Stand können jeweils bis zu 750 Zuschauer an den beiden Abenden in der Europahalle am 4. und 5. Februar dabei sein. Mit 2G plus, Abstand und Maske.

„Isabel“ ist nicht nur eine weitere vertonte Coming-of-Age-Geschichte. Es sei auch ein Mutmacher, sich nicht von Corona die Hoffnung zerstören zu lassen. „Das Schöne daran“, so nennt es Regisseur Marco Krämer-Eis, sei, „dass Mütter was ihren Kindern weitergeben wollten und dass das nun so groß geworden ist.“ So sei jetzt schon vielen Jugendlichen vermittelt worden, dass es sich lohnt, einen Traum zu haben und für ihn zu kämpfen.

Neben einigen Profis im Team wie unter anderen den Hauptdarstellern, dem Regisseur oder Choreographen sind auch viele Semi-Professionelle und Laien (auch wenn Krämer-Eis lieber von „Interessierten“ spricht) am Musical beteiligt – darunter auch rund 20 Jugendliche und junge Erwachsene, die im Chor singen.

Seit gut zwei Wochen probt Krämer-Eis täglich im Schönstattzentrum in Trier-Süd, coronabedingt noch getrennt zwischen Hauptdarstellern, Ensemble und Chor. „Ab der nächsten Woche wollen wir die Teams überschneiden lassen“, sagt der gebürtige Gerolsteiner, der zuletzt gemeinsam mit dem Trierer Johannes Kram in Berlin mit der „Operette für zwei schwule Tenöre“ reüssierte. Die Zusammenarbeit mit den Semi-Professionellen und den Jugendlichen liefe sehr gut: Jede und jeder bringe sich ein.

Das ist eine eine der spannenden Aufgaben für Hauptdarstellerin Lisa Toh („Isabel“). „Es ist eine schwere, anspruchsvolle Rolle. Es gibt unheimlich viel zu singen. Mit dem Thema kann ich mich sehr gut identifizieren“, sagt die 29-Jährige, die von ihrer Vita her ideal für die Rolle geeignet scheint: Sie stammt aus Trier – und erfüllte sich über die Stationen Hamburg und Berlin ihren Traum von der Musical-Karriere mit Hauptrollen etwa im Whitney-Houston-Musical „Bodyguard“ oder im Musical „Dornröschen“ in München.

Auch für die männliche Hauptrolle gibt es eine Rückkehr in die alte Heimat. Marius Bingel (29) – er spielt den rebellischen „Ven“ – war vor seinem Musical-Studium mehrfach im Theater Trier zu erleben. 2014 standen Lisa Toh und Marius Bingel gemeinsam im Musical „Fame“ in Trier auf der Bühne. Bingel gehört zum Ensemble von „Robin Hood“ in Fulda, einem Musical von Chris de Burgh. In „Isabel“ freut er sich auf ungewohnte Freiheiten, die ihm die Premiere bietet: „Das ist eine spannende Rolle. Ich spiele zwar eher den Bösen – aber mit mehr Herz, als es sich im Textbook liest.“

Mehr Infos: www.isabel-musical.de