1. Region
  2. Kultur

Musicalsängerin Judith Lefeber über Disney in Concert am 26.5. in Trier

DSDS-Favoritin und Sängerin singt mit : Konzert in Trier: Große Disney-Momente von Bambi über Dschungelbuch bis König der Löwen - Judith Lefeber im Interview (Fotos)

Disney-Filme leben nicht nur von ihrer Optik – auch die Songs spielen eine große Rolle. Wie das bei „Disney in Concert“ in der Arena Trier live auf die Bühne gebracht werden soll und was sie singen wird, sagt Musicalsängerin Judith Lefeber im Interview.

Es ist ja nicht nur bloße Nostalgie, keine reine Fluchttür in die Kindheit, nicht nur Rosenduft aus Feenland. Aber die ganz großen Emotionen in noch größere Szenen einzubetten, um die schwarzwolkige Gegenwart für ein, zwei, drei Stunden aus den Köpfen zu pusten – das können sie bei Walt Disney. Das bewährte sich schon in der Weltwirtschaftskrise der 1930er. Und es wird wohl auch klappen, wenn sich Geschichte wiederholt, ob als Tragödie, Comedy oder als Apokalypse.

Große Disney-Musik kam von Elton John mit „The Circle of Life“

Die großen Bilder sind in vielen Köpfen: Bambi im Schnee, das Rehkitz sucht vergeblich die Mama. Oder ein halbes Jahrhundert später, 1994, das Intro von König der Löwen, mit der Geburt von Simba. In der englischen Version singt Elton John dazu „The Circle of Life“. Oder: Peter Pan, der mit seinen Freunden über London fliegt. Pinocchio, der von der blauen Fee zum Leben erweckt wird. Die Schöne, die dem Biest ihre Liebe gesteht. Oder doch eine Szene aus „Fluch der Karibik“? Oder aus „Elliot, das Schmunzelmonster“ oder vielleicht „Arielle, die Meerjungfrau“?

Musical-Sängerin Judith Lefeber ist ein anderer Klassiker aus ihrer Kindheit in Erinnerung geblieben. „Sehr präsent ist mir noch mein erster Disney-Film“, erinnert sie sich. „Das war ein Highlight für mich als Fünfjährige, ich war mit meinen Eltern in einer Abendvorstellung – im ‚Dschungelbuch‘.“

Die Sängerin, die vor knapp 20 Jahren bei der ersten Staffel von „Deutschland sucht den Superstar“ einem großen Publikum bekannt wurde, gehört zum Ensemble, das ab Mai Disney-Klassiker mit Orchester-Unterstützung auf die großen Bühnen bringen wird. „Disney in Concert – Dreams Come True“ wird am 26. Mai in der Arena Trier gastieren.

Musical-Sängerin Judith Lefeber singt im Disney-Konzert in Trier

 „Disney in Concert“ wird mit dem Hollywood Sound Orchestra am 26. Mai in der Arena Trier zu erleben sein.
„Disney in Concert“ wird mit dem Hollywood Sound Orchestra am 26. Mai in der Arena Trier zu erleben sein. Foto: Frank Embacher

Was dann genau zu hören und sehen sein wird (auf einer Videowall werden auch Filmsequenzen gezeigt)? Das darf Judith Lefeber noch nicht im Detail sagen. „Eins darf ich aber verraten“, sagt sie im Interview. „Der König der Löwen wird vorkommen, ich singe als Nala das Schattenland-Lied. Es werden Medleys mit fünf, sechs Songs gespielt, jeweils zu einem Oberbegriff wie dem König der Löwen.“ Sie singe dann entweder solo oder im Ensemble. Moderiert wird die Show von Daniel Boschmann.

Noch bereitet sie sich zu Hause am Klavier auf die Stücke vor. Ab dem 1. Mai stünden vier Tage intensive Proben an, Tourstart ist am 6. Mai in Halle (Westfalen). Die meisten ihrer Kolleginnen und Kollegen lernt Judith Lefeber erst bei den gemeinsamen Proben kennen. Nur mit Roberta Valentini hat sie bereits gemeinsam auf der Bühne gestanden. Viele bekannte deutsche Musical-Größen werden dabei sein, darunter Mandy Capristo – die frühere „Monrose“-Sängerin spielte im Disney-Musical Aladdin schon die Rolle der Prinzessin Jasmin. Auch Philipp Büttner und Enrico de Pieri kennen sich aus dem Aladdin-Ensemble. Anton Zetterholm wurde 2008 von Phil Collins für das Disney-Musical „Tarzan“ gecastet – das lässt auch schon mal erahnen, welche Filme neben „König der Löwen“ eine Rolle spielen dürften.

Die in Kassel lebende Judith Lefeber freut sich, dass es bald wieder auf die Bühne geht. Zuletzt war sie im Musical „Hair“ am Staatstheater Saarbrücken zu erleben. Auch wenn die Mehrzahl der Aufführungen wegen Corona abgesagt werden musste. „Das war ein bisschen ernüchternd“, sagt sie. Im nächsten Jahr soll „Hair“ aber wieder in Saarbrücken auf dem Spielplan stehen.

Die 41-Jährige gehört seit Jahren zum Establishment auf deutschen Musicalbühnen, Judith Lefeber spielte unter anderem die „Aida“ im Elton-John-Musical. In Trier sang sie noch nie – und wenn, dann weiß sie es nicht mehr („Ich war nur mal als Zweijährige in Trier, beim Camping-Urlaub mit meinen Eltern“).

Musical-Sängerin Judith Lefeber war in der ersten Staffel von „Deutschland sucht den Superstar“ Favoritin

In Erinnerung dürfte sie aber noch Fernsehzuschauern aus den Frühzeiten der Castingshows sein. Bei der ersten Staffel von „Deutschland sucht den Superstar“ (2002) galt sie nach den ersten Auftritten als große Favoritin – bis zu ihrem freiwilligen Rückzug. „Das war spontan. Der Kopf hat zwar gesagt: bleib“, erinnert sie sich. „Aber Bauch und Herz sagten nein – ich muss da weg, das ist nicht meins. Ich hatte Operngesang und Klavier studiert und konnte mich nicht an die Kameras und das ständige Präsentsein gewöhnen – daran, dass ein Kamerateam neben dir steht und dir die Linse ins Gesicht hält, wenn du aufwachst. In dem Haus gab es null Privatsphäre. Mir wurde auch untersagt, Kontakt zur Familie aufzunehmen. Das hat mich blockiert.“ DSDS lockte mit Teilnehmern wie Alexander Klaws, Juliette Schoppmann oder dem 2018 gestorbenen Daniel Küblböck bis zu 15 Millionen Menschen vor den Fernseher. Castingshows würde Judith Lefeber auch ihren Kindern (elf und 14 Jahre alt) nicht empfehlen.

Auch wenn die beruflichen Perspektiven für Aussteiger und Sieger manchmal ähnlich sind. So gehört Alexander Klaws bei der Tournee von Disney in Concert als Solist zum Ensemble – er sang „Der ewige Kreis“ aus dem „König der Löwen“. Der Film sorgte dafür, dass zwei Wörter Swahili weltweit bekannt wurden – hakuna matata. Was in etwa bedeutet: „alles ist okay“. Und das könnte glatt der ewige Werbespruch für Disney sein.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Disney - da werden Erinnerungen wach