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Musik, die zu Herzen geht

Musik, die zu Herzen geht

Eine weit über 700-jährige Tradition ist es, auf die der Dresdener Kreuzchor zurückblicken kann. Dem Ruf, ein Spitzenchor zu sein, machten die Sachsen auch in Prüm alle Ehre.

Prüm. (gkl) Bei manchen Chorkonzerten ist es für die Qualität eigentlich egal, was auf dem Programm steht. Da garantiert schon der agierende Klangkörper, dass es ein außergewöhnlicher, ein nachhaltiger Abend werden wird. Solch ein Erlebnis hatten rund 600 Zuhörer in der Salvator-Basilika in Prüm, als der Dresdener Kreuzchor auf seiner Tournee dort Station machte. 75 junge Sänger im Alter zwischen neun und 19 Jahren erfüllten das große Gotteshaus mit ihrem Gesang auf allerhöchstem Niveau. Natürlich sangen die Kruzianer, wie sie in Dresden liebevoll genannt werden, nicht irgendetwas. Kreuzkantor Roderich Kreile hatte ein Programm zusammengestellt, das mit Werken von Johann Sebastian Bach bis zum schwedischen Zeitgenossen Thomas Jennefelt ansprechend und anspruchsvoll zugleich war. Die Liste der beeindruckenden Qualitäten, mit denen die Kruzianer aufwarten können, enthält alles, was einen Chor zu einem Spitzenensemble macht. Absolute Präzision, Disziplin durch alle Stimmen hindurch, ständige Aufmerksamkeit, um auch die kleinsten Anweisungen des Dirigats sofort umzusetzen, ja, die Anweisungen schon vorauszuahnen. Wer diesen Chor in Prüm hören konnte, weiß, warum Kreiles Posten zu den renommiertesten Ämtern der evangelischen Kirchenmusik, vielleicht sogar der musica sacra überhaupt, gehört.

Der begeisterte Applaus galt am Ende auch Dekanatskantor Christoph Schömig, der mit Jehan Langlais "Trois Paraphrases Grégoriennes" und Bachs Präludium C-Dur, BWV 547, das Programm bereicherte. Auch sein Spiel war durch Präzision gekennzeichnet, und die festliche Interpretation - insbesondere des Bachschen Werkes - passte nahtlos in das Gesamtkonzept des Abends.