Musik in der Seele

TRIER/LISSENDORF. In der Region war sie den Fans des Thomas Schwab-Ensembles als kraftvolle Sängerin bekannt. Mit Wolfgang Niedeckens Bap ging sie auf Welttournee. Sheryl Hackett ( Foto: Hans-Peter Linz ), Perkussionistin und Sängerin mit der Wahlheimat Lissendorf ist am vergangenen Wochenende in Heidelberg gestorben.

Der Song "I am Calling" aus dem Spielfilm "Out of Rosenheim" gehörte zu ihrem Stamm-Repertoire. Ein Lied, das die menschliche Stimmfähigkeit auf den Prüfstand stellt. Ein Lied, das in Thomas Schwabs Unplugged-Show im Jahr 2003 das Publikum zu Begeisterungsstürmen hinriss und deutlich machte, dass Sheryl Hackett mit Leib und vor allem Seele Musikerin war. Auch das Stück "Adagio" von Thomas Albinoni brachte regelmäßig standing ovations, zuletzt 2003 auf der Christmas Moments Tour in der Arena in Trier.Karrierestart mit 15 Jahren

Sheryl Hacketts Musik-Karriere begann früh auf ihrer Heimatinsel Barbados. Mit zwölf Jahren spielte die am 4. Mai 1959 geborene Musikerin Gitarre und begann sich zudem für Schlagzeug zu interessieren. Als sie 15 Jahre alt war, übernahm sie die Schlagzeugerin-Position in einer der ersten Frauenbands in ihrem Heimatort bei Bridgetown. Calypso, Reggae, Funk und Soul waren die damals gefragten Musikrichtungen. Die Band verdiente sich ihr Geld hauptsächlich mit Hotelauftritten. Neue Impulse holten sich die Band-Mitglieder jedoch bei Auftritten am Wochenende für Einheimische, wo sie die urtümlichere Reggea-Musik spielten. 1979 wurde Hackett als beste Sängerin ihres Landes ausgezeichnet. In den 80er Jahren bekam sie ein Angebot einer Agentur, in Deutschland zu spielen. Diese suchte Musikerinnen für eine Band, die in amerikanischen Militär-Clubs spielen sollte. Hackett lernte Deutschland kennen, unter anderem auch Spangdahlem und Bitburg, wo sie öfter in den US-Stützpunkten auftrat. Sie schlug Wurzeln, heiratete und lebte mit Mann und ihren beiden Kindern Kevin (18 Jahre) und Lisa (16 Jahre) in Heidelberg. Als Studio- und Gastmusikerin lernte sie Gitte Haening kennen und ging mit ihr auf Tournee. Konzerte mit Peter Maffay, Jule Neigel, Robert Palmer und Sidney Youngblood folgten. Über Maffay kam der Kontakt 1998 zu der Kölner Band BAP. Dort spielte sie von 1999 bis 2003 (unter anderem auf den Alben "Comics und Pin Ups", "Tonfilm", "Aff unn Zoo") mit und trat auch auf Tourneen auf. Auf einem dieser Konzerte wurde der Bernkasteler Musik-Produzent Thomas Schwab auf Hackett aufmerksam, der sie für die Shows "Christmas Moments" und "Unplugged" 2002 und 2003 verpflichtete. Hackett zog nach Lissendorf in die Eifel. Ende 2003 erkrankte die Musikerin schwer. Sie starb am vergangenen Wochenende in Heidelberg.