Musik wie aus einer anderen Welt

Musik wie aus einer anderen Welt

Die Glasharfe gehört eher zu den Exoten unter den Konzertinstrumenten. Der Musikkreis Springiersbach eröffnete mit ihren ätherischen Klängen das neue Jahr.

Zu einem Jahresanfang gehört auch immer ein Blick auf das Zurückliegende, auf die vergangenen Zeiten. Mit einem solchen Rückblick begrüßte Gerhard Vockensperger, Veranstalter der Konzerte im Kloster Springiersbach, die Zuhörer des traditionellen Neujahrskonzertes. Das, was er auflisten konnte, ist sehr beeindruckend. Seit 1977 wird bei den Patres am Kondelwald musiziert und in diesen 33 Jahren haben rund 600 Konzerte stattgefunden, die von etwa 60 000 Musikfreunden besucht wurden. Tragen müssen sich die Veranstaltungen im Springiersbacher Karmelitenkloster selbst, denn eine Unterstützung durch die öffentliche Hand gibt es nicht. Die Finanzierung erfolgt durch den Verkauf der Eintrittskarten und durch den alljährlich einmal stattfindenden Antik- und Flohmarkt auf dem Klostergelände.

Nicht selten bietet Vockensperger Konzerte, die etwas abseits des Normalen liegen, die nicht in das gewöhnliche Schema passen, und vielleicht ist gerade das der Grund, warum sein Publikum auch bereit ist, weitere Wege in Kauf zu nehmen.

Töne für empfindliche Ohren



Für den Jahresanfang setzte Vockensperger nicht auf Pauken und Trompeten. Für das Neujahrskonzert musste man schon mit empfindlichen Ohren in den romanischen Saal kommen. Es gab Musik für Glasharfe und Gitarre. Im Mittelpunkt stand der Italiener Gianfranco Grisi mit seinem selbst entwickelten Instrument, auf dem er Musik von Johann Sebastian Bach ebenso spielte wie Kompositionen von Gabriel Fauré und Wolfgang Amadeus Mozart, Filmmusik von Nino Rota oder auch Selbstverfasstes. Als verlässlicher Partner stand ihm sein Landsmann und Gitarrist Elvio Salvetti zur Seite.

Neben allen technischen Qualitäten, die beide Interpreten zu bieten hatten, waren es für viele Besucher wohl in erster Linie die ätherischen Klänge, mit denen Grisi zu verzaubern wusste. Manchmal mochte man an Musik aus einer anderen Welt glauben. Lang und begeistert war der Applaus im ausverkauften Saal, mit dem die Musiker verabschiedet wurden.