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Musik zum Träumen und Sich-treiben-lassen

Musik zum Träumen und Sich-treiben-lassen

Jazz-Piano-Legende Alfred McCoy Tyner und Saxofonist Joe Lovano haben vor rund 1000 Zuschauern in der Philharmonie Luxemburg ein kurzes, aber dafür intensives Konzert gegeben.

Luxemburg. Zusammen mit McCoy Tyners Trio-Kollegen Gerald Cannon am Bass und Francisco Mela an den Drums setzen die beiden 74 und 60 Jahre alten Stars auf subtile, fast spirituelle Töne. Bestechend daran sind vor allem wunderschöne, einprägsame Melodien, die mit Tupfern zarter Melancholie große emotionale Dichte erreichen. Der introvertiert wirkende McCoy Tyner spielt sie meist als leise, fein ziselierte Intros an, um sie dann später mit vielfarbiger orchestraler Note zu variieren. McCoy Tyner ist eins mit seinem Instrument und bringt so eine überwältigende Stärke zum Ausdruck.
Nicht anders verhält es sich bei seinem Partner Joe Lovano. Der gern als Kraftpaket bezeichnete Saxofonist legt seine Kraft ganz in lyrische und gefühlvolle Improvisationen. Die rhythmisch auf Blues, Swing und Ragtime basierende, auch mal orientalisch gefärbte Musik lädt zum Augenschließen, Träumen und Sich-treiben-lassen ein. Kurz, sie transportiert die Abgeklärtheit zweier gereifter Persönlichkeiten. Schade nur, dass nach nur knapp über einer Stunde und ohne wenigstens ein kleines persönliches Wort wie "Danke" ans kräftig applaudierende Publikum Schluss ist.ae