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Musikalische Reise durch Deutschland

Musikalische Reise durch Deutschland

Am ersten Januar wird um 18 Uhr traditionell im Trierer Stadttheater das neue Jahr musikalisch begrüßt. Diesmal war es eine Deutschlandreise, mit der die Philharmoniker und ihr Dirigent Victor Puhl in den neuen Zeitabschnitt starteten.

Trier. Hatte man noch die gewaltige Kulisse vor Augen, mit dem sich die Trierer Philharmoniker bei der dritten Sinfonie von Gustav Mahler in St. Maximin präsentierten (der TV berichtete), so war die Szenerie beim Neujahrskonzert im Stadttheater bescheiden.

Die Quantität des städtischen Klangkörpers ließ aber keinerlei Rückschlüsse auf die Qualität zu, mit der in Trier das neue Jahr musikalisch begrüßt wurde.

Von Gerolstein in der Eifel bis zur schönen Donau



Schwungvoll und mit viel Elan führten Generalmusikdirektor Victor Puhl und seine Musiker ihr Publikum im restlos ausverkauften großen Haus durch den Fahrplan ihres musikalischen Deutschlandtrips, der mit dem Titel "Von der grünen Mosel zur blauen Donau" überschrieben war.

Gestartet wurde in der Eifel mit der Ouvertüre zu Jacques Offenbachs "Die Großherzogin von Gerolstein", Rast wurde mit Johann Strauß Sohn am Rhein ("Wein, Weib und Gesang") und im hohen Norden gemacht ("Nordseebilder"), sowie mit Paul Linckes "Berliner Luft" in der Hauptstadt. Strauß junior bestimmte auch im zweiten Teil maßgeblich den Fahrplan mit der Polka "Sans-Souci", einer Station in Dresden (Sachsen-Kürassier-Marsch) und einer Station "Auf der Alm", bevor die Reise "An der schönen blauen Donau" ihr Endziel erreichte. Durchgängig präsentierte sich ein bestens vorbereitetes Orchester, das offensichtlich ebenso wie Puhl sehr viel Vergnügen an seiner Aufgabe hatte.

Etwas anders sah die Sache dann schon bei der Schauspielerin Barbara Ullmann aus, die als Moderatorin durch den Abend führte.

Zu deutlich war das Bemühen, humorvoll zu sein. Da nutzten auch die recht mühsam hergestellten Bezüge zu aktuellen Themen wie Bankenkrise und Politik oder die Ausflüge in die Welt des sächsischen und bayerischen Dialekts nicht wirklich etwas.

Wer auch immer die Texte geschrieben haben mag, zwischen ihnen und der Musik lagen Welten. Geradezu entlarvend war die Bemerkung über das Umweltbewusstsein der Ostfriesen, der sogar seine Witze recycelt. So bezog sich der begeisterte Applaus am Ende des Abends vor allem auf die Musiker, denen ein großartiger Start ins neue Jahr gelungen ist.