Musikalische Symbiose

Trier · Zusammen mit dem Tubisten Michel Godard ist der in Trier aufgewachsene, weltweit bekannte Jazzpianist Patrick Bebelaar in der Tufa Trier aufgetreten. Das vom Jazzclub Trier veranstaltete Konzert zur neuen CD "Dedications" geriet zum stürmisch gefeierten Heimspiel.



(ae) Klavier und Tuba - geht das zusammen? Und wie! Das haben Pianist Patrick Bebelaar und Tubist Michel Godard 120 Konzertbesuchern, darunter Patrick Bebelaars Familie, in der Tufa Trier eindrucksvoll bewiesen. Die perlenden Tastenklänge und die vom Atem bestimmten Töne des Blasinstrumentes ergänzen sich überraschend harmonisch an einem Abend, der vom Wechselspiel zwischen tiefer Übereinstimmung und spannendem Kontrast lebt.

Familie und Volksfreund



Bebelaar und Godard schlagen in den Stücken ihrer neuen CD "Dedications" (Widmungen) überwiegend ruhigere, meditative Töne an, die von melodischen, eingängigen Themen geprägt sind. Oft blitzen Fragmente auf, die irgendwie bekannt vorkommen. Da scheint mal ein Volkslied durchzuklingen, mal amerikanischer Swing oder ganz deutlich ein Tango.

Die Kombination aus vertrauten Mustern, aber ungewöhnlicher Instrumentenpaarung macht diese Musik zu etwas Neuem, aber auch sehr Zugänglichem. Mit tiefem Einverständnis und ansteckender Freude setzen sich ihre Interpreten über Stilgrenzen hinweg und würzen das Ganze mit improvisatorischen Schelmereien. So trifft die Bearbeitung eines amerikanischen Jazz-Standards auf ein Tuba-Solo in der Technik des Didgeridoo-Spiels australischer Aborigines.

Hämmern, schwingen, scheppern, quietschen



Beide Virtuosen schöpfen alle nur möglichen Ausdrucksformen ihrer Instrumente aus. Patrick Bebelaar lässt per Hand die Saiten des Flügels rhythmisch hämmern, schwingen, scheppern oder mittels darüber gezogener Flasche quietschen. Michel Godard setzt den E-Bass oder die Serpent, die wie eine Schlange geformte, in der Renaissance beliebte Vorgängerin der Tuba, ein.

Es wird durchweg mit stürmischem Applaus aufgenommen, groß ist das Bedauern, als das letzte Stück angekündigt wird. Doch das, eine Version von Thelonious Monks "Round Midnight", hat auch den speziellen Esprit des Duos in sich: Zum Schluss wird, als Hommage an Bebelaars zweite Heimat Afrika, daraus der Pophit "The Lion sleeps tonight". Glücklich beim Heimspiel in Trier: Patrick Bebelaar in der Tufa. TV-Foto-Anke Emmerling