| 20:35 Uhr

Musikalische Zeitreise

Einfühlsames Zusammenspiel: Das junge Querflötenquartett bei seinem Auftritt im Rahmen des Kammerorchesterkonzertes in Bernkastel-Kues. TV-Foto: Ursula Schmieder
Einfühlsames Zusammenspiel: Das junge Querflötenquartett bei seinem Auftritt im Rahmen des Kammerorchesterkonzertes in Bernkastel-Kues. TV-Foto: Ursula Schmieder
Bernkastel-Kues. Das Bernkasteler Kammerorchester hat mit Schülern und Lehrern der Kreismusikschule Bernkastel-Wittlich in die vielfältige Welt der Kammermusik entführt. Streicher und Flöten, Saxofone und Trompeten präsentierten in Bernkastel-Kues Sonate, Suite und Tänze.

Bernkastel-Kues. Sowohl als Teil des Orchesters wie auch als Solisten haben Musikschüler in Bernkastel-Kues beeindruckt. Die passende Plattform bot ein Konzert des Bernkasteler Kammerorchesters unter Leitung von Wolfgang Lichter.
Mit Lehrern und Schülern der Kreismusikschule präsentierten etwa 30 Akteure eine musikalische Zeitreise (siehe Extra) mit ausgewählten Kammermusik-Schätzen. Zu Beginn des Konzerts in der Güterhalle Alter Bahnhof stellten junge Querflötistinnen ihr Können unter Beweis: mit einem sehr einfühlsam gespielten Stück, komponiert von Johann-David Heinichens für vier Flöten, Streicher und Cembalo.
Das Musizieren mache einfach Spaß, begründeten zwei 14-jährige Musikerinnen, Chiara Süß und Ann-Sophie Huwer, die seit vier Jahren Querflöte spielt, ihre Motivation. Es sei schön, zusammen zu spielen und auch der Unterricht mache Freude. "Ich übe jeden Tag", machte Süß deutlich, dass ein Auftritt wie bei einem Kammerkonzert viel Einsatz in der Freizeit bedeutet. Nur einmal die Woche gibt sie sich selbst für einen Tag frei.
Wunderbares Zusammenspiel


Dagmar Huwer, eine der Mütter, freut sich über das Talent ihrer Tochter. Sie selbst spielte früher Geige, ein Instrument, das sie auch heute noch ab und an hervorholt. Das musikalische Engagement von Ann-Sophie unterstützt sie nach Kräften: "Ich finde Musik sehr wichtig." Schon die Proben förderten die Gemeinschaft und trainierten Disziplin und Rücksichtnahme. Jeder Musiker müsse ständig auf die Kollegen achten und genau hinhören, sei also stets darauf bedacht, im "Team zu funktionieren".
Besucherin Maren Pflaumbaum war begeistert: vom Konzert selbst, wie von der Idee, junge Leute in ein Ensemble wie das Bernkasteler Kammerorchester mit einzubinden. So etwas sollte ruhig öfter gewagt werden: "Das ist eine Chance für die jungen Leute." Beim Konzert in der Güterhalle habe alles sehr gut geklappt, lobte sie das wunderbare Zusammenspiel und die mitreißende Musik. Alles in allem sei das ein erbaulicher Abend gewesen. urs
Extra

Das Konzert nahm seinen Anfang mit Sonate und Sinfonie zweier Meister mehrchöriger Kirchenmusik: Giovanni Gabrieli (1557 bis 1612), Komponist der venezianischen Schule, und Ludovico Viadana (1560 bis 1627). Danach ging es in die Zeit des Barock: mit Johann-David Heinichens (1683 bis 1729) Concerto C-Dur a 8 und Ferenc Farkas (1905 bis 2000) Tänzen für Flöte, Klarinette Streicher und Cembalo. Im zweiten Teil standen zeitgenössische Komponisten auf dem Programm: die Mississippi-Suite von Hans-Georg Lotz, geboren 1934, George Gershwins (1898 bis 1937) A-Porträt für Saxofonquartett und Streicher sowie Mátyás Seibers (1905 bis 1960) Dance Suite. urs