Musikgeschichte(n)

Meinung Chaos und Reinfall zur Uraufführung Zu einem richtig festlichen Feuerwerk gehört auch eine begleitende Musik. Die berühmteste Komposition hierzu stammt von Georg Friedrich Händel.

1748 wurde in Aachen nach acht Jahren ein Krieg beendet, in den auch England verwickelt war. Der damalige englische König Georg II. war über den Friedensschluss so glücklich, dass er ihn in London mit einem großen Feuerwerk feiern wollte. Er beauftragte Händel damit, ein Werk zu komponieren, dass dieses Feuerwerk begleiten und untermalen sollte. Es sollte sehr schnell eine der berühmtesten Kompositionen Händels werden, aber die Generalprobe wurde zu einem Chaos und die Uraufführung zu einem Desaster. Die eigentliche Feier sollte nur für geladene Gäste sein. König Georg wollte dem normalen Volk aber auch etwas bieten, weshalb er die Generalprobe (ohne das Feuerwerk) öffentlich abhalten ließ. Über 12 000 Menschen kamen am 21. April 1749 in die Vauxhall Gardens, einen großen Park in London, um die Musik zu hören und verursachten in der Londoner Innenstadt ein Verkehrschaos. Drei Stunden lang, so berichtet ein Chronist, ging in London gar nichts mehr. Sechs Tage später sollte dann die festliche Uraufführung mit vielen berühmten Gästen in einem anderen Londoner Park stattfinden. Als Startzeichen für Feuerwerk und Musik waren 101 Schüsse geplant - doch die blieben aus. Deshalb fing die Musik vor dem Feuerwerk an. Als dieses endlich gezündet wurde, begann es zu regnen und alles machte einen jämmerlichen Eindruck. Zu allem Überfluss fing dann auch noch einer der aufgestellten Pavillons Feuer. Dadurch entstand eine Panik, bei der es etliche Verletzte gab. Die Friedensfeier war also ein einziger Reinfall, aber die Musik ist bis heute berühmt und wird immer noch in jedem Jahr bei unzähligen Feuerwerken gespielt. Gerhard W. Kluth