musikgeschichte(n)

Mama hat Moritz mit ins Konzert genommen. "Warum fuchtelt denn der Mann mit dem kleinen Stock da vorne so mit den Händen herum", fragt Moritz.

"Der Mann am Pult vor den Musikern ist der Dirigent und der kleine Stab, den er hält, der Taktstock", erklärt Mama. "Wenn ich das mache, sagst du immer "sprich nicht mit Händen und Füßen", mault Moritz. "Dirigenten dürfen das", antwortet Mama streng. Dirigenten dürfen wirklich mit Händen und Füßen sprechen. Sie müssen es sogar. Dabei hat jede Bewegung eine eigene Bedeutung. Die einfachste ist, die Hand senkrecht, also von oben nach unten zu bewegen. Mit dieser Bewegung wird immer das erste Viertel eines Taktes angezählt. Will der Dirigent anschließend den mittleren Teil des Taktes anzeigen, macht er eine waagrechte Handbewegung von links nach rechts, so als ob er eine Decke glatt streicht. Bewegungen, die den Takt angeben, nennt man Zählfiguren. Es gibt eine ganze Menge solcher Zählfiguren. Dirigenten müssen lernen, welche Zählfigur zu welchem Taktteil passt. Dirigenten geben ihren Musikern aber noch viel mehr vor. Sie sind Orchesterchef und dafür verantwortlich, wie ein Musikstück gespielt wird, wie zum Beispiel das Tempo und der Rhythmus gestaltet werden, wie laut oder leise gespielt wird und vieles mehr. Das teilt der Dirigent beim Dirigieren seinen Musikern mit und dafür benutzt er Hände, Füße und oft seinen ganzen Körper. Wenn er die Arme weit ausbreitet und dabei die Hände mit den geöffneten Handflächen von unten nach oben bewegt, als ob er sagen wollte "nun kommt schon" heißt das meistens, dass jetzt "tutti" also alle Musiker spielen sollen oder dass lauter gespielt wird. Breitet er dagegen die Arme aus und bewegt, mit den Handflächen nach unten, die Hände auf und ab, heißt das: sachter und leiser spielen. Zwar lernen Dirigenten, wie dirigiert wird. Aber alle Dirigenten entwickeln auch eine eigene Sprache bei ihren Bewegungen, so dass die Musiker auch jedes Mal neu lernen müssen, was die Bewegungen eines neuen Dirigenten bedeuten. Manche Dirigenten hüpfen richtig auf und ab, um die Musiker aufzufordern, "spielt schneller, schneller, schneller". Andere scheinen, wenn es spannend wird, gleich ins Orchester zu springen. Dirigenten, die als Chef vor dem Orchester stehen, gibt es erst etwa 200 Jahre. Vorher haben Orchestermusiker das Orchester geleitet. Eva-Maria Reuther