Musikpreis: EuroCore JTI Jazz Award in Trier verliehen

Musikpreis: EuroCore JTI Jazz Award in Trier verliehen

Zum ersten Mal ist in Trier der mit 10 000 Euro dotierte EuroCore JTI Jazz Award zur Ehrung einer international prägenden Persönlichkeit des Jazz verliehen worden. Die dänische Perkussionistin Marilyn Mazur nahm ihn im stilvollen Ambiente des Rokokosaals im Kurfürstlichen Palais in Trier entgegen und bedankte sich mit einem grandiosen Preisträgerkonzert.

Trier. (ae) Mit einem Lob an Thomas Schmitt vom Jazzclub EuroCore und Birgitta Landen von Japan Tobacco International (JTI) beginnt die Verleihung des von ihnen gemeinsam initiierten EuroCore JTI Jazz Award an Marilyn Mazur. Kulturdezernent und Schirmherr Thomas Egger betont: "Es ist der erste ausgesprochene Musikpreis, der von Trier ausgeht, das tut der Stadt gut!"

Die Strahlkraft des Award, die sich schon bei der Preisträger-Bekanntgabe auf der Bremer Messe Jazzahead im großen Echo der internationalen Fachwelt äußerte, ist auch beim Festakt spürbar. Unter 170 Gästen sind mit Ausnahme des Münchner Journalisten Ralf Dombrowski alle Juroren, darunter Rainer Nolden vom Trierischen Volksfreund und Peter Kleiß vom Saarländischen Rundfunk. Professor Ulrich Beckerhoff aus Bremen erinnert als Jury-Sprecher an deren schnelle und einvernehmliche Entscheidung. Professor Manfred Eichel aus Berlin, bekannt als langjähriges "Gesicht" des ZDF-Kulturmagazins Aspekte, begründet sie in seiner Laudatio.

Die 1955 in New York geborene Marilyn Mazur sei ein Ausnahmetalent. Als Autodidaktin, sowohl auf dem Klavier als auch auf dem Schlagwerk, habe sie schon früh Größen der Jazzszene wie Jan Garbarek und Miles Davis mit ihrer herausragenden Musikalität verzaubert. Sie sei Kosmopolitin mit magischer Kraft, Energie und frischen Klangideen. "Mit ihr liegt die Messlatte für künftige Preisträger hoch."

Nach der Übergabe des Preises durch Birgitta Landen bestätigen sich Eichels Worte im Konzert, das Marilyn Mazur mit ihrer kongenialen Band "Celestial Circle" (Sängerin Josefine Cronholm, Pianist John Taylor und Bassist Anders Jormin) spielt. Darin verbinden sich Elemente verschiedener Kulturen, zum Beispiel asiatischer Tempelgesang und afrikanische Trommelrhythmen mit nachempfundenen Naturgeräuschen zu einer Art archaischer "Urmusik". Dazwischen mischen sich treibender Jazz und sanfte Ballade in moderner westlicher Tradition. Fantasievoll und vielfarbig sind die Stücke, die immer intuitiv aus dem Augenblick heraus zu entstehen scheinen. Ob sie sich eher meditativ-spirituell oder energiegeladen gestalten - über allem steht unbändige Lust an musikalischer Kommunikation mit Menschen und Dingen. Und die steckt einfach an, wenn Mazur ihrem reich ausgestatteten Schlagwerk aus Glocken, Trommeln und Tonkrügen erdige Vibrationen oder Josefine Cronholm ihrer Stimme fast überirdische Laute entlockt.

Das Konzert ist vom Saarländischen Rundfunk aufgezeichnet worden und wird am Mittwoch, 15. Dezember, ab 20.04 Uhr im Kulturradio SR2 ausgestrahlt.