NACHRUF

Jo Giersch Über Jahre prägte er das Gesicht des Trierer Theaters: Jo Gierschs Bühnenbilder verliehen Opern, Operetten und Schauspielen einen stets angemessenen Hintergrund. Als der geborene Berliner seine ersten Ausstattungen baute, residierte das kriegsgeschädigte Theater noch im Bischof-Korum-Haus.

Geld für Materialien war kaum vorhanden, und so wurde es seine Spezialität, aus den Resten alter Bühnenbilder mit Fantasie und Ideenreichtum neue zu erfinden. Zu dieser Zeit gab es an Theatern noch fest beschäftigte Bühnenbildner, und so konnte Giersch über einen langen Zeitraum stilprägend wirken. Irgendwann war er, dem Automatismus des öffentlichen Dienstes folgend, ein unkündbarer städtischer Angestellter geworden, aber der Mann mit dem obligatorischen Käppchen blieb von der Mentalität her Zeit seines Lebens ein freier Künstler. "Ein hilfsbereiter Kollege, ein toller Mensch, aber auch ein Phänomen für sich", erinnert sich sein Weggefährte Fritz Stelten. Als Ruheständler konnte er sich noch stärker der Malerei widmen. Er hob die "Juryfreien" mit aus der Taufe und konnte 1996 zum Achtzigsten in der Theatergalerie Werke seines "Magischen Realismus" vorstellen. Jo Giersch starb vor wenigen Tagen im Alter von 88 Jahren.(DiL)