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Nah am Original und dennoch immer eigenständig - Queen Kings überzeugen im Freudenburger Ducsaal

Nah am Original und dennoch immer eigenständig - Queen Kings überzeugen im Freudenburger Ducsaal

Freddie Mercury ist seit 24 Jahren tot, doch die Musik von Queen lebt weiter: Rund 280 Fans feierten am Samstag im Freudenburger Ducsaal die Kölner Queen Kings. Die Band badete in der guten Stimmung und lieferte ein rund dreistündiges Konzert ab, das keine Wünsche offen ließ.

Der Ducsaal in Freudenburg gehört zu den kleinen, aber feinen Clubs, die Musiker aus Europa und den USA fest auf der Liste haben. Wobei es keine Rolle spielt, ob es hier um Pop, Jazz oder Blues geht. Internationale Größen wie Pop-Legende Donovan, die NDW-Stars Extrabreit, Rocker Hubert von Goisern, Bluesshouter Chris Farlow oder Jazz-Größen wie Bill Ramsey und Frank Nimsgern gaben sich hier schon die Ehre.
Trotzdem setzt Clubchef Manfred Weber nicht nur auf das Original. Er gibt auch Cover Bands eine Chance - vorausgesetzt, sie sind wirklich gut. Und das kann man von den Queen Kings behaupten. Wobei ihre selbst gestellte Aufgabe nicht leicht zu erfüllen ist, schließlich haben Freddie Mercury und seine Band musikalische Fußstapfen in Übergröße hinterlassen. Doch die Queen Kings machen nicht den Fehler, das Original eins zu eins kopieren zu wollen. Die sechs jungen Musiker sind zwar nahe dran, dennoch würde man das Original nie mit ihrer Interpretation verwechseln. Das liegt zum einen an eigenen Arrangements, aber auch am stimmgewaltigen Sänger Mirko Bäumer. Wie sein großes Vorbild kann auch er eine scheinbar unendliche stimmliche Kraft in die Songs einfließen lassen. Während der gesamten Show drückt er den Liedern einen ganz eigenen, markanten Klangstempel auf. Eigenständig bleibt auch der Rest der Band, die handwerklich perfekt aufspielt, dabei aber nie einen Hehl aus der deutschen Herkunft macht. Ein weiterer Unterschied zur Männer-Formation Queen findet sich in der Person von Susann de Bollier, die mal im Duett Sänger Mirko Bäumer unterstützt, dann den Part der Background-Sängerin übernimmt.
Bassist Rolf Sander, der 2006 aufgrund seines virtuosen Spiels mit der Bassgitarre von den Queen-Musikern Brian May und Roger Taylor persönlich für das Musical "We will rock you" ausgewählt wurde, war bei dem Auftritt am Samstagabend in Freudenburg verhindert.
Doch Kai Kessler zeigte rasch, dass er mehr als ein Ersatz sein kann. Das wurde spätestens in dem Moment deutlich, als der Song "Friends will be friends" angestimmt wurde, der nicht vorab gemeinsam geprobt worden war. Die Leichtigkeit, mit der der Lehrer für Gesang, E-Bass und Kontrabass seinen Bass handhabte, übertrug sich im Handumdrehen auf das Publikum im Ducsaal und bescherte ihm einen begeisterten Applaus.
Nach dem Hit "Radio Gaga" - die Nummer 25 der an diesem Abend gespielten Songs - forderten die Gästen frenetisch mehrere Zugaben ein. Mit "We are the Champions" startete das verschiwtzte, aber glückliche Publikum schließlich in den Rest des Abends. flo