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Nature One: Ein bisschen Nostalgie zum 20.

Nature One: Ein bisschen Nostalgie zum 20.

Einmal im Jahr, jeweils Anfang August, steuern Zehntausende Fans elektronischer Musik dasselbe Ziel an: die ehemalige Raketenbasis Pydna im Hunsrück. Aus ganz Deutschland reisen sie an, aus den Nachbarstaaten, aus halb Europa, um auf dem Technofestival Nature One zu feiern.

Kastellaun. Tage- und nächtelang in den Rhythmus der Bässe eintauchen und tanzen, tanzen und noch einmal tanzen, und das Ganze unter freiem Himmel: Das können die Liebhaber elektronischer Klänge in Kastellaun. Den Sound dazu liefern den Feierwütigen in diesem Jahr mehr als 300 DJs und Liveacts. Vom 1. bis 3. August findet die Nature One statt - zum 20. Mal wohlgemerkt. The Golden Twenty

Der runde Jahrestag definiert nicht nur das Motto des Festivals - gefeiert wird unter dem Titel "The Golden Twenty" -, der Geburtstag schlägt sich bei der mehrtägigen Party auch programmatisch nieder, wie die Veranstalter Nik Schär und Oliver Vordemvenne von der Firma I-Motion GmbH in Mülheim-Kärlich erklären: Zum 20. Geburtstag wollen sie unter anderem das Gefühl der ersten Nature One von 1995 zurückbringen. Auf dem "Golden 20 Floor", einer der vier großen Tanzflächen unter freiem Himmel, werden ausschließlich DJs auflegen, die schon bei der Premiere des Festivals die Massen beschallten, darunter Charly Lownoise und Mental Theo, Mark \'Oh und Ravers Nature. Sie und viele weitere Kollegen waren dabei, als die Nature One 1995 zum ersten und einzigen Mal auf dem Flugplatz Hahn gefeiert wurde, wie Nik Schär berichtet. Er hatte damals bereits Erfahrung damit, größere Partys mit elektronischer Musik zu organisieren, allerdings ausschließlich in Clubs und anderen Gebäuden. "Mit der Nature One wollte ich den ersten großen Open-Air-Rave überhaupt organisieren, ähnlich wie bei einem Rock-Festival. So etwas gab es in Deutschland nicht", sagt Schär. 13 000 Fans kamen damals auf den Hahn, feierten einen Sommertag lang. Und doch sollte es kein zweites Festival auf dem Flughafen geben - Anwohnern hatten die lauten Bässe weniger gut gefallen als den Partygästen. Sie machten gegen ein neues Festival mobil. Ein Widerstand, der den Veranstalter auf die Pydna ausweichen ließ. Die ehemalige Raketenbasis war Nik Schär empfohlen worden. Der war anfangs eher skeptisch, ob sich das frühere Nato-Gelände mit den über Raketenbunkern aufgeschütteten Hügeln überhaupt als Fläche für einen Open-Air-Rave eignet. Dann kam die Party, die Skepsis verflog, die Raver strömten. Jahr für Jahr wuchs die Nature One auf der Pydna, sowohl was die Besucherzahlen angeht als auch Dauer und Größe des Festivals. Für Retro-Gefühl ist garantiert

Inzwischen zieht das dreitägige Elektro-Spektakel seit Jahren mehr als 50 000 Gäste an, im vergangenen Jahr kamen 64 000 Raver. Ein Rekord. Und jetzt, zur 20. Auflage, rechnen Schär und sein Team damit, dass noch einmal mehr Gäste auf der Nature One feiern wollen - explizit auch solche, die dem Rave-Alter eigentlich schon entwachsen sind, die aber noch einmal zu den Klängen der früheren Lieblings-DJs tanzen wollen. Die legen auf dem "Golden 20 Floor" übrigens mit der technischen Ausstattung für Sound und Licht aus den 90er Jahren auf - "für ein perfektes Retro-Gefühl", wie Oliver Vordemvenne sagt, der auch das Programm für die Nature One mitbestimmt. Abgesehen von dem Geburtstagsfloor legen DJs auf den drei weiteren Haupttanzflächen auf: etwa der schwedische Star Axwell, Techno-Legende Carl Cox und deutsche Größen der Szene wie ATB, Sven Väth und Paul van Dyk, der bereits zum 15. Mal auf der Nature One zu Gast ist. Im Fokus steht insbesondere der riesige Open-Air-Floor, auf dem Tausende Raver Platz vor der kuppelartigen Bühne haben. Die Tanzfläche ist in diesem Jahr laut Schär um 300 bis 400 Quadratmeter vergrößert,; außerdem gibt\'s eine opulente Lichtshow und einen ausgefeilten Sound: "Der Ton muss bei elektronischer Musik perfekt sein. Das ist er." Außerdem sind erneut 19 Clubfloors in, auf und vor den Bunkern geöffnet: Tanzflächen, die von Elektro-Clubs aus Deutschland und dem benachbarten Ausland bespielt werden: Sie buchen die DJs und definieren die Stile, so dass die Nature One die Bandbreite elektronischer Musik abdeckt, von Hardcore bis zu massenkompatiblen Radiohits. Musik quasi rund um die Uhr gibt es auf der Nature One nicht nur auf dem Festivalgelände, sondern auch auf den Campingplätzen, wo die Besucher Tausende kleine Privatpartys feiern - und wo es bereits am Donnerstag, 31. Juli, rundgeht: Beim Mixery-Opening können sich Raver ab 20 Uhr für den eigentlichen Festivalauftakt am Freitag warmtanzen. Weitere Infos, das komplette Programm und Tickets unter nature-one.de