Neue Ausstellung in der Galerie Junge Kunst mit Arbeiten von Barbara Dörffler

Trier : Von Licht und Dunkel

Die Trierer Galerie Junge Kunst zeigt Arbeiten von Barbara Dörffler.

Lichtmalerei ist derzeit in der Galerie Junge Kunst zu sehen. Dort stellt Barbara Dörffler ihre Kreidezeichnungen und Fotoarbeiten aus. Abgesehen von dem um Bedeutung bemühten, aber wenig erhellenden Titel „Atmo Sphere“, der das Wort in seine beiden Bestandteile Atmo (Dunst)  und Sphere (Kugel) zerlegt, ist die Ausstellung reizvoll und sogar philosophisch unterfüttert. Vor allem sind es die Fotoarbeiten der Kölner Künstlerin, bei denen Inhalt, Form und Technik eine absolut schlüssige Verbindung eingehen. Dass Licht mit seinen Wellen Wirklichkeit schafft gehört zu den menschlichen Grunderfahrungen, lange bevor wissenschaftliche Untersuchungen den Beweis antreten konnten. „Es werde Licht“ heißt es in der Schöpfungsgeschichte. Aus gutem Grund: Licht schafft zumindest augenscheinlich Fakten. Wo kein Licht ist, wird nichts sichtbar, auch wenn es vorhanden ist. Im Umkehrschluss macht  die Abwesenheit von Licht das Dunkel zu einem geheimnisvollen, die Wirklichkeit erweiternden geistigen Raum, der Fantasie und Vorstellung beflügelt und sozusagen alle Optionen offenlässt. Genau um diese Ambivalenz von Licht und Dunkel, um Begrenzung und Entgrenzung des Sichtbaren geht es in Barbara Dörfflers Arbeiten. Dabei erzählt die Künstlerin keine Geschichten. Ihre Reflexionen zu Licht und Dunkel fasst sie in die abstrakte geometrische Form. Auch wenn die Kreidezeichnungen stimmig sind, so sind die Fotoarbeiten weit delikater. Ist in ihnen doch das Licht selbst Mittel wie Geste. Die  Blätter aus Dörfflers fotografischer Werkgruppe gleichen abstrakten Gemälden, in denen die Herkunft der Künstlerin aus der Malerei sichtbar wird. In ihren feinen Arbeiten stellt Dörffler dem Dunkel der schwarzen Rechtecke lichte Flächen gegenüber. Die fein nuancierten Grautöne mit ihrer malerischen Anmutung mildern das strenge Schwarz und verleihen den Arbeiten ihren poetischen Reiz. In Miteinander von Hell und Dunkel oszillieren Dörfflers Bilder zwischen augenscheinlicher Gewissheit und Ungewissheit. Man kann die Arbeiten der Kölnerin  durchaus als zeitgenössische Nachfolger der Lichtregie traditioneller Malerei sehen. Ebenso gut würden sie sich allerdings auch als Illustration für Matthias Claudius’ berühmte einsichtige Liedzeile aus „Der Mond ist aufgegangen“  eignen: „So sind wohl manche Sachen, die wir getrost belachen, weil unsere Augen sie nicht sehn“.

Bis 30.11., Sa, So, 14-17 Uhr und nach Vereinbarung .Tel.: 0651/9763840 www.junge-kunst-trier.de

Mehr von Volksfreund