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Neue Ausstellung in der Tuchfabrik Trier: Der Untergang von Mitmenschlichkeit​ - Untergang Römisches Reich

Ausstellung : Neue Ausstellung in der Tuchfabrik Trier: Der Untergang von Mitmenschlichkeit

Hunger, Umweltzerstörung, Vertreibung, Rassismus: Den Untergang des Römischen Reiches, den ab 25. Juni die große Landesausstellung in Trier beleuchtet, haben Kulturschaffende zum Anlass genommen, auf die sozialen Untergänge dieser Welt zu blicken – und sie bildhaft nach Trier zu holen. Der Titel: „Appell an die Menschlichkeit“.

Alea Horst ist Hochzeitsfotografin. Sie liebt es, Menschen in besonders emotionalen Situationen zu begegnen und außergewöhnliche Momente mit der Kamera festzuhalten. Und trotz ihrer Erfolge, trotz Preisen und voller Auftragsbücher hat sie mit Mitte 30 ihr Leben umgekrempelt.

Die junge Frau aus Reckenroth im Rhein-Lahn-Kreis erinnerte sich an ihren Vorsatz als Jugendliche, „dass meine Kinder und Kindeskinder mich nicht mal fragen sollten, warum ich nichts getan habe gegen Umweltverschmutzung, Armut oder Ungleichheit“. So wie es Alea Horst mit ihren Großeltern gegangen war, die sich im Zweiten Weltkrieg nicht aktiv gegen das Unrecht gestellt hatten.

Die Fotografin buchte einen Flug auf die griechische Insel Lesbos, um dort Geflüchteten zu begegnen. Das war 2015. Die Begegnung mit Menschen in Todes­angst, mit frierenden Kindern und Armut veränderte ihr Leben.

Tuchfabrik Trier und Verein präsentieren Alea Horsts Fotos

Mittlerweile hat die Fotografin und Menschenrechtsaktivistin viele Krisengebiete der Welt bereist. Was sie an Eindrücken und Botschaften von dort mitbrachte, wird ab dem 17. Juni auch in Trier zu sehen sein. Denn die Trierer Tuchfabrik und der Verein menschMITmensch präsentieren Horsts Werke im Rahmenprogramm zur Landesausstellung „Der Untergang des Römischen Reiches“. Die Bilder der 39-Jährigen sollen nicht nur in dem Kulturzentrum hängen, sondern auch großformatig draußen zwischen Tufa und der Galerie Netzwerk in der Neustraße zu sehen sein. Sie zeigen in vielen Facetten Armut und Elend als modernen „Untergang von Mitmenschlichkeit“, aber auch Menschen, in denen Kraft und Hoffnung keimt.

Bosnien, Lesbos, Syrien, Afghanistan – die 120 fotografischen Eindrücke aus den Krisengebieten sollen sensibilisieren für die humanitäre Lage. Die Bilder stehen für die vielen Facetten von Not wie Kinderarbeit, Umweltzerstörung, Vertreibung und Armut, erläutert Marion Poma, die Gründerin des Trierer Vereins menschMITmensch.

Auf Alea Horsts Homepage sieht man etwa Kinder, die in Bangladesch Schiffswracks auseinandernehmen. „Wer einmal Babys in die Augen geschaut hat, die verhungern“, sagt die Fotografin, „wer mal Menschen in die Augen gesehen hat, die in einem Lager leben müssen, Kindern, die hart arbeiten, wer mal Trümmer von Krieg und Zerstörung gesehen hat, der realisiert relativ schnell, was wirklich auf der Welt getan werden müsste.“ Zwischen den beiden Ausstellungsorten werden weitere großformatige Arbeiten an der Außenfassade der Bischöflichen Weingüter, im Innenhof des Priesterseminars, dem Weltladen der Arbeitsgemeinschaft Frieden sowie dem Club Aktiv zu sehen sein.

Es ist ein umfangreiches Rahmenprogramm geplant (siehe Info oben).

Die Ausstellung läuft vom 17. Juni bis 9. Juli. Der Eintritt ist frei.