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Neuen Spielplan – Theater Trier bringt Schauspiel über den Fall Tanja Gräff auf die Bühne

Neuen Spielplan – Theater Trier bringt Schauspiel über den Fall Tanja Gräff auf die Bühne

Mit dem Spielplan 2016/2017 reagiert das Theater Trier auf Publikumskritik und Besucherrückgang. Es zeigt beliebt Bekanntes und plant mehr Aufführungen. Für Aufsehen sorgt, dass der Fall Tanja Gräff auf die Bühne kommt.

 Auftakt zu einem Premierenwochenende am neuen Theater Trier unter Leitung von Karl Sibelius, der mit dem Stück "Alles bleibt Anders" den gelungenen Auftakt spielte. Nach der Uraufführung von "Ur" wurde im neu gestalteten Theaterfoyer und im Theaterhof gefeiert. TV-Foto: Friedemann Vetter
Auftakt zu einem Premierenwochenende am neuen Theater Trier unter Leitung von Karl Sibelius, der mit dem Stück "Alles bleibt Anders" den gelungenen Auftakt spielte. Nach der Uraufführung von "Ur" wurde im neu gestalteten Theaterfoyer und im Theaterhof gefeiert. TV-Foto: Friedemann Vetter Foto: Friedemann Vetter

Das Trierer Theater hat eine turbulente erste Spielzeit unter Intendant Karl Sibelius erlebt. Die einen waren von den Inszenierungen begeistert, andere entsetzt, die überregionale Presse hat öfter über das Theater geschrieben, aber die Besucherzahlen gingen um mehr als 20 Prozent zurück.

In der kommenden Spielzeit soll sich manches ändern. "Wir haben das Publikum kennengelernt", sagt Sibelius bei der Präsentation dessen, was die Besucher 2016/2017 erwartet. Große Namen: Goethe, Hesse, Verne, Kleist, Wilde, Humperdinck, Piazolla, Bartok, Mozart und Linke. Bekannte Stücke: Faust, Der Steppenwolf, Amphitryon, A Midsummer Night's dream, Hänsel und Gretel, Cabaret und Im weißen Rössl. Kurz: Klassiker und Publikumsmagneten.
Das Kindermärchen (In 80 Tagen um die Welt) soll deutlich öfter zu sehen sein als zuletzt Peter Pan, was der Besucherstatistik gut tun dürfte. Ohnehin will Sibelius "spielen, spielen, spielen".

Für Aufsehen wird sorgen, dass der Tod Tanja Gräffs unter dem Titel "Die rote Wand" im Mai 2017 auf die Bühne kommt - inszeniert von dem aus Trier stammenden Autor Lothar Kittstein. Laut Schauspielchef Ulf Frötzschner ist die Mutter Tanja Gräffs involviert. Das Verschwinden und die Suche nach der Studentin sei Ausgangspunkt der Inszenierung, die zeigen soll, wie Gesellschaft und Medien reagieren.

Generalmusikdirektor Victor Puhls Publikum kann sich auf bewährte Konzertreihen freuen.

Das turbulente 2015 schließt voraussichtlich mit einem Minus von mehreren Hunderttausend Euro. Die Gründe sind vielfältig. Am Ende der Ära von Intendant Gerhard Weber und im Eröffnungswahnsinn unter Karl Sibelius gab es teure Produktionen zu sehen. Die Besucherzahlen sind rückläufig, was 2015 zu einem Einnahmeminus von sieben Prozent führt. Hauptgrund für das Minus sind aber Sparauflagen der Kommunalaufsicht: Mehr als 400.000 Euro wurden aus dem Theaterbudget gestrichen, nachdem der Spielplan stand. 100.000 Euro fehlen, weil die Tariflöhne stärker stiegen als erwartet. Die Personalkosten wachsen 2016 auf 90 Prozent des Budgets an.