Neues aus dem rheinischen Universum

Neues aus dem rheinischen Universum

"Im Feuerland des Rheinlandes", in der Eifel, hat der Bonner Kabarettist Konrad Beikircher sein aktuelles Programm präsentiert. "Schön ist es auch anderswo" lautet der Titel. Rund 200 Zuschauer hingen im Forum Daun am Samstagabend an seinen Lippen.


Daun. Konrad Beikircher ist eine Plaudertasche höchster Güte, ein "Schwaadlappen", wie Menschen wie er in dem von ihm hochgeschätzten rheinischen Dialekt gerne bezeichnet werden. Der mittlerweile elfte Teil seiner rheinischen Trilogie beweist: Beikircher kann nicht aufhören. Seit mittlerweile 18 Jahren erfüllt der Bonner Kabarettist, Autor, Musiker und Moderator seine Mission und erklärt aller Welt, wie der Rheinländer tickt.
Und das rheinische Universum ist riesig: So wie in Tirol, wo Beikirchers Wiege stand, jedes Tal einen eigenen Dialekt hat - so ist auch das Rheinland in unzählige Sprachinseln aufgeteilt, die es wert sind, auf "Sprachbizarrerien" und Verhaltensweisen der Ureinwohner untersucht zu werden.
"Das Vorgebirge ist ein spezieller Fall", erklärt Beikircher und beginnt, den rheinischen Dialekt mit einem rollenden "R" aufzupeppen. Seiner Meinung nach ist die Art der Aussprache im Vorgebirge genetisch bedingt, ebenso das eigentümlich starrsinnige Verhalten der Einwohner. Ganz im Gegensatz zum Einsatz des rollenden "R" im Siegerland: "Da müssen sie das halb abgerollte R erst einmal lernen - es ist ein laterales Rollen", doziert Beikircher. Dem lachenden Publikum serviert er Beispiele des siegerländischen Dialektes: "Bei Gewitter ist es besser, wenn du bei der Mutter bist", plappert er los und gibt Tipps: "Dabei immer die Zunge nach rechts rollen, sonst klingt es amerikanisch." Unzählige Typen und Charaktere bevölkern die Geschichten. Da ist Dirk, der "Räächsanwall", Emil, Bauer im Vorgebirge, oder der Westfälische Ehemann der Schwägerin, der zu seinem Leidwesen in Köln lebt.
Doch Beikircher zieht niemanden einfach durch den Kakao, dafür ist er zu sehr Menschenfreund. Im elften Teil seiner "Rheinischen Trilogie" schaut er auch über den Rand der Köln-Bonner Bucht und widmet sich liebevoll anderen Volkstämmen: Den Bayern, den Schwaben und den Sachsen schaut Konrad Beikircher auf den Mund, auch sein Geburtsort Brunneck ist diesmal Thema. "Wie machen die das, dass sie so sprechen, wie sie sprechen", lautet die Frage. Beikircher macht daraus überaus vergnügliche zwei Stunden Unterhaltung.
Extra

Konrad Beikircher stammt aus Südtirol und lebt seit 1965 im Rheinland. Neben seinem Studium der Musikwissenschaft, Psychologie und Philosophie in Bonn war er zwischen 1971 und 1986 als Gefängnispsychologe in der Jugendvollzugsanstalt Siegburg tätig. Seitdem arbeitet er als freiberuflicher Kabarettist, Komponist, Radio- und Fernsehmoderator, Autor von Kinderliteratur und Hörspielen, Komponisten-Porträts und Opernlibretti, Sprecher von Hörbüchern, Moderator von Klassikkonzerten und Musiker.

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