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Neues künstlerisches Leben

Andreas Hamacher mit einer Arbeit aus der Werkgruppe „Haptikos“. Im Hintergrund Arbeiten von Bettina Reichert. Foto: Eva-Maria Reuther
Andreas Hamacher mit einer Arbeit aus der Werkgruppe „Haptikos“. Im Hintergrund Arbeiten von Bettina Reichert. Foto: Eva-Maria Reuther
Trier. In einer Ausstellung der éditions trèves zeigen Bettina Reichert und Andreas Hamacher Arbeiten, die als Werkstoff die Abfallprodukte Ruß und Schrott nutzen. Eva-Maria Reuther

Trier. Im alltäglichen Leben kümmert er sich eher um lockere Muskeln und Wohlbefinden. In seiner Freizeit schafft Andreas Hamacher aus bereits verschrotteten Metallen neue fantasievolle Formen und Körper.
Seit Jahren ist der Masseur aus Trier leidenschaftlich der Bildhauerei verbunden. Nach ersten Erfahrungen mit anderen Materialien hat sich der Künstler dem Stahl als Werkstoff zugewandt. Jetzt sind seine mit viel Engagement und Sorgfalt gearbeiteten Plastiken in der Trierer Tufa zu sehen. "Mich reizt die Vielfalt der gestalterischen Möglichkeiten", sagt Hamacher über sein Arbeitsmaterial. Das bezieht der Trierer meist recycelnd vom Schrottplatz. Spannend ist für Hamacher auch der Alterungsprozess, der im Rost sichtbar wird. Ihn nutzt der Bildhauer zur Oberflächengestaltung wie sinnbildlich als Ausdruck von Vergänglichkeit und Wandlung.
Der rostigen Oberfläche stellt Hamacher häufig blank geschliffene Kanten gegenüber. Die interessantesten Arbeiten der Schau entstammen der Werkgruppe "Haptikos", in deren Titel das griechische Wort für "greifen" steckt. Die augenscheinlich griffigen Stahlplastiken gleichen geknautschten Kissen. Was in Wirklichkeit stahlhart ist, erscheint so bearbeitet als weiche, beliebig formbare Masse.
Im Dialog mit Andreas Hamachers bildhauerischen Arbeiten stehen die abstrakten Gemälde von Bettina Reichert. Auch die Künstlerin aus Kell nutzt als Werkstoff ein Abfallprodukt. Ihr Farbmittel ist Ruß in unterschiedlicher Qualität und Struktur. Damit schafft sie abstrakte Gemälde, die unmittelbar der klassischen Moderne verpflichtet sind. Am meisten überzeugen dabei die beiden großen Formate an der Stirnwand mit ihren feinen Grautönen.
Bis 8. 6., Dienstag,Mittwoch, Freitag: 14.00-17.00; Do:17.00-20.00;Samstag,
Sonntag 11-17 Uhr, Tel.: 0651/7182412; www.tufa-trier.de