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Neues Team, Premieren-Marathon und viel Aufregung rund ums Theater Trier

FOTO: vincenzo laera (g_kultur
"Alles bleibt anders" - unter dieses Motto stellt der neue Theaterintendant Karl Sibelius seine erste Spielzeit in Trier und legt gleich los wie die Feuerwehr. Sein Team stemmt zum Auftakt zehn Premieren an drei Wochenenden, Foyer und Garten am Augustinerhof werden komplett umgestaltet, die Außenfassade mit einem Graffito verziert, das wegen eines darauf abgebildeten männlichen Geschlechtsteils für Aufregung sorgt.


Die Reaktionen des Publikums auf die ersten Aufführungen sind geteilt: Der intensive Gebrauch von Farbe im Schauspiel "Molière" (siehe Foto) und die etwas eigenwillige "Fidelio"-Inszenierung von Tilman Knabe verschrecken viele Zuschauer, die aus Protest die Premieren-Vorstellungen vorzeitig verlassen.
Dagegen spielt sich das Walzwerk in Kürenz als Zweitspielstätte ("Der Zauberberg", "Sweeney Todd") in die Herzen des Publikums. Was den Theaterbau angeht, so verabschiedet sich die Stadt in diesem Jahr von einstigen Neubau-Plänen. Stattdessen soll nun eine Studie klären, wie teuer eine Sanierung des Würfelbaus und eine Auslagerung etwa von Proberäumen an einen zweiten Standort wäre. Viel Wirbel gab es auch um Generalmusikdirektor Victor Puhl. Dessen Vertrag sollte nicht verlängert werden, stattdessen suchte die Stadt per Bewerbungsverfahren einen Chefdirigenten. Nach Protest aus der Musikszene kam die Wende: Puhl bleibt nun doch. Im Juli erhielt der beliebte Dirigent den Publikumspreis "Theatermaske". Fotos (2): Vincenzo Laera, Friedemann Vetter