Nicht jeder Grenzgang eröffnet neue Ausblicke

Trier · Verunsicherung und Vielschichtigkeit stehen im Zentrum in der aktuellen Ausstellung der Galerie Junge Kunst. Zu sehen ist recht handfeste Bildwirklichkeit.

Trier. "bordermine": der Titel der Ausstellung von franz E. hermann im Kunstverein Junge Kunst assoziiert augenblicklich die bekannte "Borderline", jene Persönlichkeitsstörung, die mit Instabilität, Ungewissheit und Verunsicherung nicht zuletzt in der Eigenwahrnehmung einhergeht. Wobei das "mine" nahelegt, dass die ausgestellten Fotoarbeiten und wenigen Objekte Ausdruck der ganz persönlichen Verunsicherung und Befindlichkeit des Künstlers sind.
Das Wortspiel im Titel ist allerdings der originellste Beitrag der Trierer Schau. Hermann arbeitet mit der Unsicherheit der Wahrnehmung und der Vielschichtigkeit von Bildern. Dazu sammelt er - hier meist per Fotoapparat - Motive, die er zu neuen Bildzusammenhängen zusammenfügt. Das ist eine ebenso gängige Bildidee wie Art der Bildschöpfung. Was dabei am Ende als mehrteiliges oder mehrschichtiges Bild herauskommt, bleibt dennoch eindimensional und kaum überzeugend. Hermann, der aus der Malerei kommt, fehlt bei seinen Fotoarbeiten die Subtilität, der Feinschliff und die Brechung. Am ehesten gelingt ihm das noch bei seinem "Haarwild", einer kleinformatigen 18-teiligen Serie. Wie wenig differenziert er die Möglichkeiten der Fotografie gestalterisch nützt, wird gerade in seinen Blumenbildern deutlich. Sie leiden an ihrer Überladung mit Schichten und vermeintlicher Sinngebung. Was vieldeutig sein könnte, wird durch Masse erstickt. Andernorts ist eher Melodram als Vieldeutigkeit angesagt - so wie bei der "G. Göttin". Völlig vordergründig bleibt hermanns "Neondelta". er

Bis 8. Juni., Samstag und Sonntag 14 bis 17 Uhr, sowie nach telefonischer Vereinbarung, Telefon: 0651/9 76 38 40, Internet: www.junge-kunst-trier.de

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