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Norbert Scheuer erhält den Stefan-Andres-Preis der Stadt Schweich

Stefan Andres-Preis : Eifeler erhält den Stefan-Andres-Preis der Stadt Schweich

Norbert Scheuer gilt als seelenverwandt mit Stefan Andres – „Elite der deutschen Schriftsteller“.

(L) Der Eifeler Schriftsteller Norbert Scheuer ist der neue Träger des Stefan-Andres-Preises der Stadt Schweich. Der in Prüm geborene und in Kall-Keldenich/Eifel lebende Scheuer gehört seit vielen Jahren schon zu den bekanntesten zeitgenössischen deutschen Autoren. Mit Romanen wie „Überm Rauschen“, „Die Sprache der Vögel“ und dem 2019 erschienenen Werk „Winterbienen“, für das ihm bereits der renommierte Wilhelm Raabe-Preis zuerkannt worden ist, hat sich Norbert Scheuer längst in der Elite der deutschen Schriftsteller etabliert.

Scheuer ist der zwölfte Träger des Stefan-Andres-Preises, der seit 1986 (Alfred Gulden) vergeben wird. Der Preis ist mit 5000 Euro dotiert und wird alle drei Jahre vergeben. Letzte Preisträgerin war die in Paris lebende Gila Lustiger.

Norbert Scheuer ist ein Kind der Eifel. Der 68-Jährige gelernte Elektriker, der nach einem Studium der Physikalischen Technik Philosophie in Bonn und Düsseldorf studiert hat (Magisterarbeit über Kant), ist schon mit vielen Literaturpreisen ausgezeichnet worden.

Ursprünglich war die Ehrung des nach einstimmigem Beschluss der Jury für den Stefan-Andres-Preis 2020 vorgeschlagenen Norbert Scheuer für den 28. Juni in der Schweicher Synagoge geplant. Dieser Termin wie auch die Gedenkveranstaltungen aus Anlass des 50. Todestages von Stefan Andres (29. Juni) mussten auf Beschluss der Stefan Andres-Gesellschaft (StAG) allerdings wegen der Corona-Krise auf einen späteren Zeitpunkt verlegt werden.

StAG-Präsident Wolfgang Keil sieht in dem Werk von Norbert Scheuer viele Parallelen zu Stefan Andres, was vor allem in dem Roman „Winterbienen“ deutlich wird. Nicht nur der inhaltlich regionale Bezug, sondern auch die historische Reflexion auf Nikolaus von Kues, dessen Philosophie Stefan Andres stets verinnerlicht hat, ist ein Thema in „Winterbienen“. Wolfgang Keil erklärt dazu: „Es verwundert nicht, dass sich Andres den Kerngedanken der cusanischen Philosophie und die Vorstellung des Cusaners von der Einheit der Welt (,Das Ganze gleichzeitig erleben‘) zu eigen gemacht hat.“

Norbert Scheuer schildert in „Winterbienen“ mit dem fiktiven Erzähler Egidius Arimond unter anderem den beschwerlichen Weg der Getreuen, die das Herz des Kardinals auf dessen Wunsch 1489 von Rom aus über die Alpen nach Kues gebracht haben, wo es in der Stiftskapelle am Fuß des Altars in einer goldenen Kachel eingelassen worden ist.

Für Wolfgang Keil ist Norbert Scheuer ein würdiger Stefan-Andres-Preisträger, auch was seine literarisch offenkundige Seelenverwandtschaft mit dem großen Schriftsteller von der Mosel dokumentiert.