Open-air-Konzert im Roscheider Hof in Konz mit Irma und Tiwayo aus Frankreich

Französische Newcomer : Mit Herzblut und positiver Energie

Zwei frische französische Künstler präsentieren Musik der besonderen Art.

(DT) Sehr stimmungsvoll ist die Atmosphäre beim Doppel-Konzert der jungen französischen Newcomer Irma und Tiwayo am Samstagabend im Innenhof des Freilichtmuseums auf dem Roscheider Hof in Konz. Dabei sind es völlig unterschiedliche Musikstile, die die beiden bieten, das ist auch so gewollt, solche Kontraste liebt Veranstalter Christof Kramp von der Agentur StationK, der immer wieder hoffnungsvolle Talente aus dem Nachbarland in die Region holt.

Rund 120 Zuschauer füllen den bestuhlten Innenhof, drumherum Cateringstände mit Wein und Flammkuchen. Diese Gemütlichkeit durchbricht allerdings schnell Tiwayo, der mit treibenden Gitarrenriffs loslegt und sofort ein hohes Aufmerksamkeitslevel erreicht. Seine Zeit in Tennessee und Kalifornien hat ihn geprägt, ein „Winter-Blues“ im Hochsommer verbreitet die schwüle Atmosphäre des amerikanischen Südens, und ein rockiges Cover des „California Dreamin‘“ von The Mamas and The Papas transportiert authentisch Sehnsucht. Er schreibt seine Lieder selbst, seine Inspirationen sind unüberhörbar, Carlos Santana, Jimi Hendrix oder gar Amy Winehouse lauten die stilistischen Assoziationen.

Mit viel Herzblut kommt auch ein lupenreiner Reaggae daher, seine drei formidablen Begleitmusiker geben alles. Dazu Tiwayos unverwechselbare, etwas knarzige Stimme, dennoch gut verständlich, das erreicht das Publikum. Großer Applaus und zwei ganz leise, akustische Zugaben.

Dann Irma: Die 31-jährige gebürtige Kamerunerin tritt solo auf, begleitet sich selbst an der computergesteuerten Loop-Station, leichte technische Probleme werden charmant weggelächelt, ihre wohltuend bescheidenen Moderationen tun ein Übriges. Zunächst mit der Akustikgitarre, Folksongs mit Anspruch, bei geschlossenen Augen meint man die junge Joan Baez zu hören. Das gibt es aber auch mit gerappten Versen, und wenn Irma dann aufsteht, tanzt und Tempo macht, ist ihre positive Energie bis in die letzte Zuschauerreihe zu spüren. Das ist Rhythm & Blues mit Elektro-Anklängen und Anspruch, dabei aber sehr zugängliche Musik.

Irma hat als einer der ersten Youtube-Stars vor zehn Jahren zeitgleich mit Teenie-Schwarm Justin Bieber angefangen, dessen Ruhm hat sie,  wie sie augenzwinkernd sagt, noch nicht erreicht, in Frankreich jedenfalls ist sie schon jenseits der Avantgarde angekommen.

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