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Open Art in Trier zeigt Kunstwerke im öffentlichen Raum

Kunstwerke in Trier : Immer dem Weg und der Kunst nach

Fliegender Teppich, Hängematte oder Botschaften von Außerirdischen: Das Open Art in Trier verwandelt die Stadt für drei Monate in einen Kunstraum. Doch ein Ausstellungsstück vermissen die Veranstalter bereits.

Sommerlust ist auch in der Trierer Kultur angesagt. Nicht nur die Musiker, auch andere Künstler zieht es ins Freie.

Die Bildende Kunst verwandelt die Stadt in eine große Freilichtausstellung. Dabei wird einerseits der Stadtraum zum spannenden Kunstraum, andererseits baut die Begegnung im Freien auch Schwellen ab und ermöglicht dem Publikum und den Kunstwerken, einander zwanglos zu begegnen.

An die Stelle des weißen Galerieraumes tritt die Stadt unter freiem Himmel. So entsteht ein vielstimmiger und vielgestaltiger Raum, in dem sich verschiedene Eindrücke zum Kunsterlebnis verbinden.

Die Europäische Kunstakademie Trier und ihr Leiter Simon Santchi haben die Freilichtausstellung als Beitrag zum städtischen Programm „KulturLust21“ gestaltet – mit Installationen, plastischen Arbeiten und Malerei regional arbeitender Künstler.

Zu sehen sind derzeit 13 Arbeiten von elf Künstlerinnen und Künstlern. Besucher können die Kunstwerke über zwei Wege erleben, die sich jeweils entlang der Grünstreifen der Nord- und der Südallee ziehen. Weitere Standorte sind St. Irminen und das Moselufer. Dort muss der Weg infolge der Hochwasserschäden vorerst enden – es ist geplant bis hinauf in die Akademie.

Die Arbeiten der Künstler stellen sich als vorsichtige Eingriffe in den Stadtraum dar. Bisweilen macht es Mühe, sie zu finden. Leider ist auch schon das ein oder andere Schild abhanden gekommen (siehe Info). Ein Teil der Arbeiten lässt sich als gelungene „Land Art“ bezeichnen.

Andere beschränken sich aufs Möblieren. Unmittelbaren Bezug auf den gewachsenen Naturraum der Bäume, Sträucher und Grünflächen nehmen Künstler wie Juyoung Peak, Werner Müller oder Mario Petry. Seine plastischen Formen, die wie Pilze aus der Baumrinde wachsen, verbinden Kunst und Natur. Bettina Reicherts Wachs gekrönte Stelen wirken dagegen wie mahnende Ausrufezeichen vor den Biotopen der Totholz-Habitate.

Der Klang der Stadt mischt sich mit dem der Klanginstallationen. Während Sebastian Böhms gelbe bildhauerische Kreise wie die Botschaften Außerirdischer auf die Grünfläche vor der Porta Nigra vom Himmel gefallen scheinen. Wie bei jeder Kunst ist auch hier das Verstörende das Spannende.

Frauke Wilken macht mit ihrer Hängematte und deren dunklem undefinierbarem Inhalt aus dem Alleestreifen einen geheimnisvollen, dämmerigen Raum, der etwas von Urwald hat. Für jede Menge Aufmerksamkeit sorgt Ali Anvaris „Fliegender Teppich“. Wie das gestrandete Gefährt einer unzeitgemäßen entzauberten Märchenwelt liegt er neben Ampeln und vorbeirauschendem Verkehr. Ein Schelm oder ein Optimist, wer ihn in Zeiten alternativer Energien für ein zukunftsfähiges Fahrzeug hält.

Drei Monate lang ist die Schau zu sehen. Man tut gut daran, sich mit festen Schuhen auszustatten, wenn man zum Kunstweg aufbricht. Zudem mit viel Zeit und einem Plan, den man über die Website (eka-trier.de) der Kunstakademie ausdrucken kann.

 Trier open art. Der Belichta. Urban art.
Trier open art. Der Belichta. Urban art. Foto: Hans Krämer
 Die mehrteilige Stahlplastik „Paradies“ von Andreas Hamacher in den Vereinigten Hospitien.
Die mehrteilige Stahlplastik „Paradies“ von Andreas Hamacher in den Vereinigten Hospitien. Foto: Hans Krämer

Vor Ort gibt es bislang keine Erläuterungen zu den Arbeiten. Spannend ist der Weg auf jeden Fall.