Otto Waalkes, so wie die Fans ihn lieben

Otto Waalkes, so wie die Fans ihn lieben

Otto ist nicht nur Komiker, er ist sein eigenes Markenzeichen. Mimik, Gestik und Kleidung sind seit Jahrzehnten unverändert. So kennt und so liebt ihn sein Publikum. Das ist auch bei seiner Show in der Trierer Arena nicht anders, die der TV präsentiert hat. Seine Fans amüsieren sich über frische und auch über schon etwas ältere Witze.

Trier. Otto Waalkes kennt sein Publikum und das Publikum kennt ihn. Und das muss auch so sein, denn die Zuhörer sind stets Teil des Programms. Um sie einzustimmen, läuft ein Schriftband über eine Leinwand, die mit für Otto-typischen, mitunter auch etwas flachen Witzen das Publikum erheitert. Dort Dinge zu lesen wie die Erklärung der Zeichen an Toilettentüren: H für Hunde, D für ganz dumme Hunde. Dem Publikum gefällt es und es begrüßt Otto begeistert, als er zwischen zwei Ottifanten hervor auf die Bühne kommt.
Klassiker: Robin Hood


Der Witz des ostfriesischen Komikers liegt zum großen Teil in seiner Mimik und seiner Gestik, die seit Jahrzehnten sein Markenzeichen sind. Ebenso wie die weite Beutelhose und das mittlerweile spärlich gewordene strähnige Haar. Er spricht mit dem Publikum, reagiert mit gespieltem Erschrecken, zieht Grimassen. Das alles hat man schon gesehen, aber witzig ist es immer noch.
Auch viele seiner Gags haben die Jahrzehnte überlebt: teilweise unter der Gürtellinie angesiedelt, oft etwas flach und nicht immer politisch korrekt. Dass die Gattin auf den Wunsch nach etwas, das in zwei Sekunden von null auf hundert ist, eine Waage geschenkt bekommt, ist nicht neu. Aber nicht nur der Witz selbst macht es aus, auch die Art und Weise, wie er erzählt wird. Und das kann Otto wirklich gut. Und so folgt auf jeden Gag Gelächter.
Ein Klassiker in jedem Otto-Bühnenprogramm ist Robin Hood. Das Publikum ist Teil der Show. Die Zuschauer rechts von der Bühne machen den Kuckkuck, die anderen die Lachmöwen, ganz hinten sitzen die Schakale und in der ersten Reihe singen die Zuschauer "Das Wandern ist des Müllers Lust". Natürlich hat Otto an jeder dieser Darbietungen etwas zu meckern, aber das ist aufgrund seines gespielten Entsetzens lustig und gehört zum Programm.
Nicht zum Programm gehört, dass sich Otto in der Vielzahl der Rollen, die er bei diesem Sketch spielt, verheddert und irgendwann der Kutscher das grüne Hütchen von Robin Hood trägt. Doch er baut das Missgeschick so gut in seine Show ein, dass es dann doch wieder aussieht, als sei es Absicht gewesen.
Das kommt gut an: Theresia Lehnen (18) aus Wilsecker und Benedict Trenzen (23) aus Schleid finden es super. "Es ist toll, Otto live zu sehen", sagen die beiden, die mit Otto-Plakat und Baseballkappe dem Anlass entsprechend ausgestattet sind. Auch Roland Weiß aus Konz ist begeistert. Er hat schon früher Kassetten von Otto gehört und amüsiert sich. "Alles toll" findet die zwölfjährige Kim Gores aus Wasserliesch, die mit ihrer Mutter nach Trier gekommen ist.
Nach der Pause hat Sid als Handpuppe zusammen mit der bekannten Otto-Figur Reporter Harry Hirsch einen Auftritt. Sid ist das Faultier aus dem Film Ice Age, dem der Ostfriese in der deutschen Version seine Stimme leiht. Das ist neu und das ist lustig. Ein weiterer Sketch, der in keinem Otto-Programm fehlen darf, ist die Geschichte von Hänsel und Gretel. Die kennt das Publikum so gut, dass sich Otto auf begleitende Gesten beschränken kann, die Geschichte erzählen die Zuhörer im Chor. Wirklich witzig sind Ottos neue Interpretationen des Themas, bei der er verschiedene Comedians und Sänger imitiert. Ob Mario Barth, Udo Lindenberg oder Lena Meyer-Landruth, das kommt gut an.
Ohne Zugabe lassen ihn die Fans dann auch nicht von der Bühne. Otto imitiert noch den "Graf" von der Band Unheilig und verkündet, wie "wertvoll Lachen ist". So gesehen hat sich der Abend gelohnt. Gelacht wurde die ganze Zeit.