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Packendes Kabaretterlebnis

Packendes Kabaretterlebnis

Wenn einer auf der Bühne sitzen kann, wo man normalerweise steht, dann muss er gut sein. Rund 500 Zuschauer erlebten im Echternacher Trifolion Ottfried Fischers Heimatabend der anderen Art.

Da hieß es Ohren gespitzt, um jede Pointe des philosophischen Politkabaretts auf höchstem Niveau zu verstehen.

"Haben Sie mich eigentlich verstanden?", wird Ottfried Fischer sein Publikum am Ende eines gelungenen Kabarettabends fragen. Nicht alles, lautet die ehrliche Antwort. Aber das tut der Begeisterung keinen Abbruch. Unmissverständlich klar geworden ist, dass Ottis Heimat nicht der Musikantenstadl ist. Wie so vieles andere volksdümmlich - oder war es volkstümlich - Daherdümpelnde entlarvt der hintersinnige Humorist Patriotismusdebatten, Religionsgedusel und Kommissionskauderwelsch blitzschnell und blitzgescheit. "Jetzt pressiert's", beginnt der aus Fernsehen und Kabarett bekannte Gemütsmensch sein Programm und liefert auch gleich die Übersetzung mit, vom "Zeitpunkt, der gekommen sein könnte, an dem Eile geboten wäre".

Fischer will das Unerklärliche in rund zwei Stunden pointierten Politkabaretts erfahrbar machen. Als Heimatschutzbeauftragter einer EU-Kommission referiert der Schauspieler in wechselnden Rollen mal Bierzelt-lautstark, mal philosophisch besinnlich über den Ort, "wo meine Sonne scheint". Das klingt präzise bestimmbar - "Die Heimat besteht politisch aus Links und Rechts. Der Rest ist Mitte, also Rechts" - oder patriotisch logisch - "A gwamperter Bayer is a gstandenes Mannsbild; a gwamperter Preiß is a fette Sau".

Wenn einer, wie Ottfried Fischer, "aufgewachsen ist mit einem Bett mit Zwiebelmuster", dann besteht bei ihm eine Heimatkompetenzvermutung. Die hat ihn in seinem Soloprogramm die Aufgabe des Heimatpflegers in einer globalisierten Welt eingebracht. Auch die Bühnen jenseits des Weißwurstäquators brauchen Kabarettisten, die uns unsere Heimat wieder verstehen lassen. hpl/dr Kathrin Hofmeister

Ottfried fischer in echternach

Packendes Kabaretterlebnis

Wenn einer auf der Bühne sitzen kann, wo man normalerweise steht, dann muss er gut sein. Rund 500 Zuschauer erlebten im Echternacher Trifolion Ottfried Fischers Heimatabend der anderen Art: Da hieß es Ohren gespitzt, um jede Pointe des philosophischen Politkabaretts auf höchstem Niveau zu verstehen. "Haben Sie mich eigentlich verstanden?", wird Ottfried Fischer sein Publikum am Ende eines gelungenen Kabarettabends fragen. Nicht alles, lautet die ehrliche Antwort. Aber das tut der Begeisterung keinen Abbruch. Unmissverständlich klar geworden ist, dass Ottis Heimat nicht der Musikantenstadl ist. Wie so vieles andere volksdümmlich - oder war es volkstümlich - Daherdümpelnde entlarvt der hintersinnige Humorist Patriotismusdebatten, Religionsgedusel und Kommissionskauderwelsch blitzschnell und blitzgescheit. "Jetzt pressiert's", beginnt der aus Fernsehen und Kabarett bekannte Gemütsmensch sein Programm und liefert auch gleich die Übersetzung mit, vom "Zeitpunkt, der gekommen sein könnte, an dem Eile geboten wäre". Fischer will das Unerklärliche in rund zwei Stunden pointierten Politkabaretts erfahrbar machen. Als Heimatschutzbeauftragter einer EU-Kommission referiert der Schauspieler in wechselnden Rollen mal Bierzelt-lautstark, mal philosophisch besinnlich über den Ort, "wo meine Sonne scheint". Das klingt präzise bestimmbar - "Die Heimat besteht politisch aus Links und Rechts. Der Rest ist Mitte, also Rechts" - oder patriotisch logisch - "A gwamperter Bayer is a gstandenes Mannsbild; a gwamperter Preiß is a fette Sau". Wenn einer, wie Ottfried Fischer, "aufgewachsen ist mit einem Bett mit Zwiebelmuster", dann besteht bei ihm eine Heimatkompetenzvermutung. Die hat ihn in seinem Soloprogramm die Aufgabe des Heimatpflegers in einer globalisierten Welt eingebracht. Auch die Bühnen jenseits des Weißwurstäquators brauchen Kabarettisten, die uns unsere Heimat wieder verstehen lassen. hpl/dr Kathrin Hofmeister