Internationales Konzert Musik ist Völkerverständigung

Trier · Beim Partnerkonzert des Trierer Konzertchores mit Musikern aus den Niederlanden und Luxemburg zeigt sich der verbindende Geist der Musik vortrefflich.

Partner aus Deutschland und den Niederlanden mit Luxemburger Unterstützung musizieren gemeinsam. Hier Sopran Arminia Friebe als Solistin.

Partner aus Deutschland und den Niederlanden mit Luxemburger Unterstützung musizieren gemeinsam. Hier Sopran Arminia Friebe als Solistin.

Foto: DT

Im Rahmen der Städtepartnerschaft zwischen ´s-Hertogenbosch im zentralen Braband und Trier findet seit Jahrzehnten ein intensiver, auch kultureller Austausch statt.

Diesmal haben sich die Niederländer auf den dreieinhalbstündigen Weg gemacht, um auf Einladung des Trierer Konzertchores mit ihren deutschen Freunden zu musizieren. Das Filharmonisch Orkest unter der Leitung von Lex Bergink (der sich später nicht zu schade ist, höchstselbst die Becken zu schlagen) besteht aus rund 60 begeisterten Laienmusikern und hat sich zu Beginn Antonín Dvoráks Sinfonie Nr. 5 F-Dur opus 76 vorgenommen. Auch die Fünfte ist, wie so oft bei Dvorák, von der Natur inspiriert und startet heiter. Traurig und düster beginnen dann die (leicht wackligen) Celli im zweiten Satz. Fröhlich das Scherzo und dramatisch das Finale, insgesamt mit viel Gefühl und Leidenschaft musiziert.

Da sitzt der Trierer Konzertchor noch im Zuschauerraum der gut gefüllten Europahalle und wartet auf seinen Einsatz im zweiten Teil des Konzertes nach der Pause.

Sie werden unterstützt von Le Madrigal de Luxembourg, das liegt nahe, ist doch der künstlerische Leiter beider Chöre der formidable Professor Jochen Schaaf. Der dirigiert dann auch sehr stringent „Die sieben letzten Worte Jesu am Kreuze“ (1859) des deutschstämmigen Vorzeige-Franzosen César Franck, begleitet vom Filharmonisch Orkest. Diese letzten Botschaften Jesu am Kreuz von Golgatha spielen eine zentrale Rolle in der Rezeption des Erlösers, endend mit „Vater, in deine Hände lege ich meinen Geist.“ So atmet das Konzert eine getragene Stimmung, dabei transportiert es auch Hoffnung. Francks Musik berührt das Herz, romantisch, poetisch und von heiligem Ernst. Dennoch vermittelt sie das dem christlichen Glauben zugrunde liegende Versprechen auf Erlösung.

Das Orchester folgt dem Dirigenten (Schaaf wie immer ohne Notenblatt, aus dem Gedächtnis dirigierend) mit leichter Mühe, da war die Probenzeit wohl etwas kurz. Das tut dem Genuss aber keinen Abbruch, schließlich sind hier Laien am Werke.

Professionell dagegen die drei vom Theater Trier ausgeliehen Solisten: Thorsten Büttner (Tenor), Roman Jalcic (Bass) und allen voran Arminia Friebe mit ihrem warmen Sopran. Und dann der Trierer Konzertchor. Was hier die Laien auf die Bühne bringen, ist aller Ehren wert, die schönsten Passagen des Konzertes sind der A-capella-Gesang des Chores, ganz pur und rein. Hier spürt man das gute Verständnis zwischen musikalischem Leiter und dem Ensemble. Als Abschluss dann César Francks französische Vertonung von Psalm 150. Hallelujah!

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort