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Party mit Kammer-Pop und Prominenz

Sieger unter 500 Bewerbern: Die Hesslers feiern den ersten Platz beim Bit-Music-Contest in Trier. Bassist Sebi Wagner wird von den Band-Kollegen auf Händen getragen. TV-Foto: Andreas Feichtner
Sieger unter 500 Bewerbern: Die Hesslers feiern den ersten Platz beim Bit-Music-Contest in Trier. Bassist Sebi Wagner wird von den Band-Kollegen auf Händen getragen. TV-Foto: Andreas Feichtner
Insgesamt rund 500 Bands haben am Bit-Music-Contest teilgenommen. Drei eindrucksvolle, dabei sehr unterschiedliche Bands traten im Finale im Mergener Hof in Trier gegeneinander an. Am Ende feierten die Hesslers - mit dem aus der Region stammenden Sebastian Wagner am Bass. Von unserem Redakteur Andreas Feichtner

Trier. Donnerstagabend im MJC-Keller, Finale des Bit-Music-Contests: Der Sänger des "Actionteams" trägt Sturzhelm und Piloten-Sonnenbrille, der Bassist setzt auf knallroten Formel-1-Overall. Krachige Gitarren, dazu Lieder, die "Pornohirsch" oder "Action Action" heißen. Halbe Stunde später: Benevolent aus Köln entschleunigen. Passion rein, Action raus. Ein halbes Dutzend Nachttisch-Lampen sorgt für warmes Licht auf der Bühne. Dazu gibt es zarten Kammer-Pop mit akustischen Instrumenten - nur gestört von einigen diskussionsfreudigen Zuschauern, die die sanften Klänge und Emotionen wohl für Hintergrund-Rauschen halten. Kurz darauf steigt die Stimmung im halbvollen MJC-Keller: Hesslers rocken, dass einem fast die Spucke wegbleibt. Harter, manchmal fast brachialer Alternative-Rock, präzise, mit spannenden Arrangements und dabei noch tanzbar: Dass unter den drei Finalisten bei aller Qualität die Hesslers den Titel vor Benevolent verdient haben - und damit verbunden unter anderem eine neue Ausrüstung von "Gibson" und ein Band-Coaching - da sind sich Publikum und Jury einig. Auch wenn die Entscheidung im Gegensatz zu anderen Wettbewerben allein von der prominent besetzten Jury getroffen wurde: MTV-Moderator Markus Kavka, die Band "Virginia Jetzt!", Produzent Jochen Naaf und Gitarrist Peter Wölpl hatten die Bands insgesamt drei Mal live gesehen. Vor dem Finale in Trier gab es schon in gleicher Besetzung Auftritte in Ludwigshafen und Köln.Der Bassist der in Mannheim beheimateten Hesslers ist dabei in der Region kein Unbekannter: Sebi Wagner ist gebürtiger Trierer und wuchs in der Eifel auf. Bis vor gut einem Jahr tourte der 27-Jährige zudem noch mit der Coverband Chock-A-Block durch die Region, bis das zeitlich nicht mehr hinhaute: Schließlich hat Wagner nicht nur Erfolg mit den Hesslers, mit denen er schon im vergangenen Jahr bei Rock am Ring spielte (als Belohnung für den Sieg im Ringrocker-Bandwettbewerb). Der Bassist ist auch mit Peilomat gut im Geschäft - auch wenn die deutschsprachige Band ein ganz anderes Publikum hat als die Hesslers.

"Wir waren anfangs skeptisch, ob das mit den unterschiedlichen Bands im Finale so klappen kann", sagte Wagner: "Das war dann aber doch sehr cool. So war für jeden im Publikum was dabei. Die Bands haben sich auch nicht als Konkurrenten gesehen." Das zeigten die Musiker dann auch vor der Jury-Entscheidung: Die Hesslers besorgten sich die Klamotten des "Actionteams", Wagner streifte sich den Formel-1-Overall über. Auch gefeiert wurde anschließend zusammen.

Hesslers (Internet: hesslers.net) spielen am 9. August im Salmtal bei "Gut Holz".