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Paukenschläge und Zwischentöne

Große Sinfonik bietet das Orchestre Philharmonique unter seinem Chef Emmanuel Krivine zu Beginn des neuen Jahres. Foto: Christian Aschmann
Große Sinfonik bietet das Orchestre Philharmonique unter seinem Chef Emmanuel Krivine zu Beginn des neuen Jahres. Foto: Christian Aschmann
Luxemburg. Es mag Zufall sein, aber in der Luxemburger Philharmonie beginnt das Jahr 2014 mit einem geballten Einsatz der Orchester - großer und auch kleiner. Und gerade letztere liefern zur geballten Sinfonik die reizvollen Zwischentöne. Sogar eine musikalische Geburtstagsfeier ist dabei.

Luxemburg. Für alle, die von der Sehnsucht nach großer Sinfonik befallen sind, dürfte sich Anfang 2014 die Fahrt zur Luxemburger Philharmonie lohnen. In den 24 Kalendertagen nach Ende der Weihnachtsruhe bis zum 31. Januar finden immerhin acht Konzerte mit großen Orchestern statt - im Durchschnitt an jedem dritten Tag. Erwartungsgemäß deckt das Orchestre Philharmonique den größten Teil ab. Vom Neujahrskonzert mit buntem Programm (8. Januar) über eine Matinee mit Musik von Strawinsky, Weber und Mozart (12. Januar, 11 Uhr) begibt sich Luxemburgs Staatsorchester in ein "Aventure"-Konzert mit dem Titel "Africa" (17. Januar, 19 Uhr). Und biegt zum Monatsende ein in eine Doppelveranstaltung unter Chef Emmanuel Krivine mit Pianist Nikolai Lugansky (23./24. Januar). Wobei der nicht das b-Moll-Klavierkonzert von Tschaikowsky spielt, sondern dessen ziemlich unbekanntes Klavierkonzert Nr. 2 in G-Dur. Im Übrigen schließen beide Veranstaltungen mit der nachgerade klassischen Fünften von Schostakowitsch ab. Auch die Solistes Européens zeigen Präsenz und spielen unter Christoph König ein zweifellos gehaltvolles Weber-Mozart-Haydn-Programm (13. Januar).Natürlich finden sich auch auswärtige Klangkörper wieder auf dem Kirchberg ein. In den ersten Januartagen gastiert das Londoner Philharmonia Orchestra unter Vladimir Ashkenazy mit Klavierstar Evgeny Kissin und einem Tschaikowsky-Programm mit dem b-Moll-Klavierkonzert im Zentrum (9. Januar). Anderthalb Wochen später (18. Januar) liefert das Chicago Symphony Orchestra unter Riccardo Muti mit Beethovens Fünfter und der "Symphonie fantastique" von Berlioz eine Ladung wuchtiger Sinfonik ab. Dagegen hat es das Orchestre de Chambre du Luxembourg unter David Reiland (26. Januar, 17 Uhr) mit Unbekanntem von André Caplet, Sibelius, Kerry Turner (Uraufführung) und Gustav Holst gewiss nicht leicht.Und doch vollziehen sich die interessanten Dinge gerade bei den kleinen Besetzungen. Gegen Monatsende (30. Januar) gastiert die Berliner Akademie für Alte Musik mit der Suite "Les Elemens" des Rameau-Zeitgenossen Jean-Féry Rebel und Vivaldis Vier Jahreszeiten. Dazu wird getanzt - "concert choréographié" nennt es der Philharmonie-Monatsflyer. Und die bekannte und etwas in die Jahre gekommene Academy of St. Martin in the Fields (28. Januar) verzichtet auf ausdruckslosen Barock-Schönklang und lockt mit Harfenmusik von Mozart und von Elias Parish Alvars (1808-1849). Die United Instruments of Lucilin und das Orchestre de Chambre tun sich sogar zusammen, um Luxemburgs prominentem Komponisten Alex Müllenbach zum 65. Geburtstag zu gratulieren (25. Januar) - natürlich mit einem Querschnitt durch dessen Werkkatalog. Und schließlich sind zwei Solo-Auftritte bemerkenswert. Mitsuko Uchida, Japans Grande Dame des Klaviers, spielt Schubert und Beethovens Diabelli-Variationen (27. Januar). Und Ton Koopmann, als Dirigent alter Musik weltberühmt, setzt sich auf die Orgelbank und spielt am großen Instrument der Philharmonie ein Barockprogramm - von Frescobaldi bis zu Carl Philipp Emanuel Bach (22. Januar).Beginn, wenn nicht anders angegeben, um 20 Uhr.philharmonie.lu