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Kultur
Paukenschläge  zur Frühlingszeit

Gewandhauskapellmeister Andris Nelsons dirigiert bald in der Philharmonie.
Gewandhauskapellmeister Andris Nelsons dirigiert bald in der Philharmonie. FOTO: Jan Woitas / dpa
Luxemburg. Das Programm der Luxemburger Philharmonie im Mai.

Es mag Zufall sein oder Absicht. Fest steht: Während sich die Philharmonie im ersten Quartal 2018 mit spektakulären Events eher zurückhielt, schüttet sie im Wonnemonat Mai ein ganzes Füllhorn attraktiver Hochklassik aus. Kaum ist der „Tag der Arbeit“ (1. Mai) vorbei, beginnt die Event-Reihe mit dem Gewandhaus-Orchester Leipzig unter Shooting-Star Andris Nelsons (2. Mai). Der erscheint in Luxemburg mit einem eher konventionellen Programm:  Beethovens Es-Dur-Klavierkonzert (Yefin Bronfman am Klavier) und die Vierte von Brahms. Zwei Tage danach führen Philharmonie, MUDAM und Grand Théâtre ihr „red bridge“-Projekt weiter, diesmal im Theater.

Jean-Guilhen Queyras spielt Bachs Cellosonaten unter dem Titel „Mitten wir im Leben sind“ und Anna Teresa de Keersmaker besorgt (wieder) die Choreographie. Obwohl die Veranstaltungen am 4. und 5. Mai schon ausverkauft sind, dürfte sich der Gang zur Abendkasse lohnen. Sollten alle Karten verkauft sein, bieten sich immerhin zwei Alternativen an: „Live Cinema“ in Großen Saal der Philharmonie mit „The Mysterious Lady“  und Greta Garbo, wie immer ergänzt durch Livemusik mit dem Orchestre Philharmonique (OPL) unter Carl Davis (4. und 5. Mai). Außerdem sind zur selben Zeit die „United Instruments of Lucilin“ im Kammermusiksaal aktiv, und das mit einem breitgefächerten Programm unter dem Motto „Spiegel“ („Miroirs“). Damit ist ein ganzes Bündel neuer musikalischer Ideen gemeint – beeinflusst von John Dowland bis hin zur zeitgenössischen Elektronik. Klar, dass auch eine Uraufführung ansteht. Spannend dürfte das Konzert in jedem Fall werden.

Nur zwei Tage später präsentieren die Solistes Européens unter Christoph König Musik von Ernö von Dohnányi und zum Ende der Veranstaltung die Erste von Brahms (7. Mai). Auch die folgende Atempause ist kurz. Am 13. Mai erscheinen Monteverdi-Chor und English Baroque Soloists unter John Eliot Gardiner auf dem Kirchberg und haben vier prominente Bach-Kantaten im Gepäck, darunter die bekannte Choralkantate „Wachet auf, ruft uns die Stimme“. Auch danach geben sich die angesehenen Interpreten weiter die Türklinke in die Hand. Das Takács Quartet spielt Mozart, Dohnányi und Mendelssohns großes f-Moll-Quartett op. 80, das „Requiem“ auf die Schwester Fanny (15. Mai). Unter Florian Krumpöck hat das Orchestre de Chambre Schubert und Schumann im Programm (17. Mai). Tags darauf erweist das OPL dem „amerikanischen Traum“ seine Reverenz und spielt unter Chef Gustavo Gimeno Musik von Barber, Turner, Gershwin und Bernstein (18. Mai, 19 Uhr).

Zum Monatsende kommen die Höhepunkte weiter Schlag auf Schlag: Das Philadelphia Orchestra unter Yannick Nézet-Segiun und Hélen Grimaud am Klavier sind mit Schumann und dem 1. Klavierkonzert von Brahms dabei (25. Mai). Tags darauf verbreiten Riccardo Muti und das „Orchestra Giovanile Luigi Cherubini“ jugendlich-klangvolle Italianitá (26. Mai). Zwei Tage später präsentiert sich Yekwon Sunwood, Gewinner des Van Cliburn-Klavierwettbewerbs, mit Klaviermusik unter anderem von Brahms und Ravel (28. Mai). Und einen Tag vor Monatsende erscheint Anne-Sophie Mutter mit Klavierbegleiter Lambert Orkis und Roman Patkolo am Kontrabass im Großen Saal und bringt einen mutigen Programm-Mix aus Musik von Penderecki, Previn, Bach und Mozart mit (30. Mai).

Beginn wenn nicht anders angegeben: 20 Uhr. Karten: 00352/2632 2632. www.philharmonie.lu