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Per App auf Spuren jüdischen Lebens

Geschichte : Per App auf Spuren jüdischen Lebens

Eine neue Smartphone-Anwendung ermöglicht einen kommentierten Rundgang zu Stätten jüdischen Lebens in Trier. Wir haben sie ausprobiert.

(ten) Dieses Jahr wird in ganz Deutschland das Jubiläum „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ begangen, das anno 321 zum ersten Mal urkundlich erwähnt wurde. „Wahrscheinlich ist aber das Judentum schon mit den Römern nach Deutschland und damit wohl auch nach Trier gekommen“, sagt der Trierer Kulturdezernent Markus Nöhl. Viele Spuren jüdischen Lebens finden sich heute noch in Trier, zum Beispiel an der Porta Nigra, an der alten Judenpforte oder am jüdischen Friedhof. Die Trier-Tourismus-Marketing-Gesellschaft (TTM) hat zusammen mit der Stadt eine Anwendung für Smartphones entwickelt, in der diese 20 Orte in der Stadt vorgestellt werden.

Dabei handelt es sich nicht um eine App, die fest heruntergeladen werden muss, sondern um eine interaktive Webseite. Anhand einer sehr übersichtlichen Karte mit Fotos der Landmarken können Nutzer zu Fuß und in jeder beliebigen Reihenfolge die Spuren nachverfolgen. Schriftliche Informationen dazu gibt es auf Deutsch, Englisch und Französisch. Man bekommt sie auch via Audio oder Video. „Für uns war bei der Umsetzung der Anwendung der wesentliche Punkt, die Informationen niedrigschwellig zu vermitteln und es zu ermöglichen, dass an jedem Ort in der Stadt in die App eingestiegen werden kann“, sagt Norbert Käthler, Geschäftsführer der TTM. Autor der Texte ist der Historiker Jens Baumeister, Sprecher ist der Schauspieler Klaus-Michael Nix vom Theater Trier. Mit der webbasierten Anwendung sollen ausdrücklich auch jüngere Menschen angesprochen werden. Für die technische Umsetzung sowie Programmierung war das „Zentrum für Innovation und Weitbildung“ unter der Leitung von Marcus Haberkorn zuständig. Inhaltlich unterstützt wurde die TTM vom Stadtmuseum Simeonstift Trier mit Direktorin Dr. Elisabeth Dühr sowie von der jüdische Kultusgemeinde Trier mit Peter Szemere. „Seit Jahrhunderten ist die Geschichte der Glaubensgemeinschaft eng mit unserer Heimatstadt verbunden. Wir wollen zeigen, wie prägend die jüdische Kultur für Trier ist“, sagt Kulturdezernent Nöhl.

Bei einer kleinen Demonstration der App vor der Porta Nigra funktioniert alles einwandfrei. Die Orte sind sorgsam gewählt und gut erreichbar, die Texte informativ und fesselnd. Das ist ansprechend, übersichtlich und einfach. Ein guter Beitrag zur Digitalisierung der Stadt.

Die Webseite ist erreichbar unter:
www.juedisches-leben-trier.de