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Pferdefestival in Piesport vom 12.8. bis 14.8.2022: Welche Bands diesmal dabei sind

Kulturfestival : Knallbunt, offen, vielfältig: Was das Pferdefest an der Mosel auszeichnet

Es ist das musikalisch vielleicht bunteste Festival – beste Aussicht inklusive. Welche Neuerungen es beim „Pferdefestival“ in Piesport gibt, was die Planungen erschwert und wer in diesem Jahr spielen wird.

Mit dem Fahrrad zu einem dreitägigen Festival? Das machen nur die wenigsten Musikfans – schon wegen des Gepäcks. Wenn vom 12. bis 14. August das Pferdefestival wieder um die 2000 Menschen auf die Höhen zwischen Piesport und Klausen lockt, werden durchaus einige mit dem Rad anreisen. Eine Radtour (mit Gepäckshuttle) von Bernkastel-Kues, vom Wittlicher Bahnhof und wohl auch von anderen Startpunkten aus gehört erstmals zum Angebot – und das ist nur ein Beispiel dafür, dass der ausrichtende Kulturverein gern neue Wege einschlägt. Viel Herzblut, viel Ehrenamt, keine kommerziellen Absichten – das ist das Credo des „Vereins für Kunst, Kultur und Inklusion“ mit rund 190 Mitgliedern.

Das Pferdefest ging auch im letzten Jahr über die Bühne – im Gegensatz zu fast allen anderen Festivals, die wegen der damals massiven Einschränkungen wegen der Pandemie abgesagt hatten. „Das fand auf einem großen, weiten Feld statt, das war der Situation geschuldet“, sagt Pferdefest-Pressesprecher Michael Bastgen. Die Besucherzahl war mit 1300 Leuten auch geringer als üblich.

Im August werden die „Pferdepunks“ wieder am alten Standort feiern, hoch über Piesport, mit Panoramablick über die Mosel. „Auch wenn Corona noch nicht vorbei ist, können wir doch mit viel mehr Freiheiten planen, mit drei Bühnen und mehreren kleinen Lichtungen.“ Schließlich gehört auch die richtige Atmosphäre dazu, auch bei den Besucherinnen und Besuchern – von denen wieder viele verkleidet sein werden, auch das hat Tradition.

Das Festival hat sich etabliert, auch wenn im August die Konkurrenz in der Umgebung groß - am gleichen Wochenende findet auch das kostenlose E-Lake-Festival in Echternach statt, in diesem Jahr unter anderem mit der Antilopen Gang, den Orsons und den 257ers. Auch das mit rund 30.000 Festivalgästen deutlich größere Rocco del Schlacko in Püttlingen ist am gleichen Wochenende angesetzt. Eine Woche vorher stehen im Hunsrück das Lott-Festival und die Nature One an.

Alles kein Problem, sagt Bastgen. Das Pferdefest hat dazwischen seine eigene Nische gefunden. So gibt’s an drei Tagen auf drei Bühnen insgesamt 30 Acts – Bands und Solokünstler, DJs und Artisten. „Wir bieten ein sehr diverses Musikangebot. Das zieht Leute an, die gerne über den Tellerrand hinausschauen.“ In diesem Jahr findet dann Nu-Jazz aus London ebenso seinen Platz wie Thrash-Metal, Punk, Techno oder auch Hip Hop: Da ist mit dem New Yorker Rapper Jeru the Damaya auch ein Künstler vertreten, dessen Debüt „The Sun Rises in the East“ (1993) heute noch als Genre-Klassiker gilt.

Ebenso spannend ist die Geschichte des Ghanaers Ata Kak, der ebenfalls in Piesport spielen wird: Der Produzent veröffentlichte 1994 eine lange unbeachtet gebliebene Demo-Kassette, die von einem Austauschstudenten zufällig entdeckt wurde und neu veröffentlicht im Jahr 2006 ein weltweiter Erfolg wurde. „Darauf freue ich mich sehr“, sagt Michael Bastgen.

Auch inklusive Projekte gehören auf dem Pferdefest seit den Anfängen im Jahr 2007 in Bernkastel-Kues immer dazu. Seit einigen Jahren hat das Festival ein paar Kilometer moselaufwärts eine neue Heimat gefunden - zwischen Piesport und Klausen: „Wr bekommen von beiden Gemeinden eine wunderbare Unterstützung, auch von der Verbandsgemeinde“, sagt Bastgen.

Drei Tage zusammen „den Nächsten feiern wie sich selbst“, das ist das Motto – es gibt nur Tickets für das ganze Wochenende. Dass sich viele Vereinsmitglieder ehrenamtlich einsetzen - ähnlich wie bei der „Lott“ – erleichtert die Planung. Aber auch das Pferdefestival bekommt die Wucht der Preissteigerungen in allen Bereichen zu spüren: „Die Kosten sind in der Veranstaltungsbranche enorm gestiegen. Das liegt vor allem an den Nachwirkungen von Corona“, sagt Bastgen.

„Die Pandemie hat viele Menschen aus der Veranstaltungsbranche in andere Berufe getrieben. Dementsprechend sind die Preise dort gestiegen. Für unseren Verein bleibt aber alles machbar - dank unserer Fanbase und dem Engagement unserer Mitglieder.“