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Philharmonie in Luxemburg verlängert Vertrag mit Chefdirigent Gustavo Gimeno

Philharmonie Luxemburg : Philharmonie: „Wir haben eine starke Vision“

Die Philharmonie in Luxemburg verlängert den Vertrag mit Gustavo Gimeno, dem Chefdirigenten des Orchestre Philharmonique bis 2024/25.

Das Gewicht der Nachricht stand in umgekehrtem Verhältnis zu deren Umfang. Kurz und knapp verkündete Philharmonie-Chef Stephan Gehmacher, der Vertrag mit Gustavo Gimeno als Chefdirigent des Orchestre Philharmonique (OPL) werde um drei weitere Jahre bis zum Ablauf der Spielzeit  2024/2025 verlängert. Mit der Vertragsverlängerung unterstrichen Konzerthaus und Orchester in Luxemburg die bereits mündlich bekundete Zufriedenheit mit dem spanischen Dirigenten.

Die Verlängerung war auch dazu angetan, auf frühere Entscheidungen zurückzublicken. Philharmonie-Präsident Pierre Ahlborn und Kulturministerin Sam Tanson zogen unisono eine durchweg positive Bilanz der fünf Jahre seit Gimenos Start in Luxemburg 2015. Stolz sei man auf das Orchester, erklärten sie. Gimeno seinerseits bekundete seine Verbundenheit mit dem OPL, aber auch zu Luxemburg, das für ihn neben Amsterdam, wo seine Familie lebt, eine zweite Heimat geworden sei. Zu seiner Zusammenarbeit mit dem OPL sagte er:  „Wir haben in den letzten Jahren einen weiten Weg zurückgelegt. Das Orchester und ich, wir haben eine starke Vision gemeinsam – zum ­Klangideal, zu den Klangmischungen und zur musikalischen Balance.“ Für die Zukunft versprach Gimeno eine vertiefte musikalische Arbeit auch in bislang weniger beachteten Beiträgen. Die Position als Chefdirigent des Toronto Symphony Orchestras wird  Gustavo Gimeno zusätzlich antreten. Bereits im September 2018 war er dazu ernannt worden. Beginnen soll seine Arbeit in Kanada in diesem Jahr 2020.

Den Worten folgten in der Philharmonie alsbald die Taten. Das sich an die Präsentation anschließende Abo-Konzert entwickelte sich zur Demonstration einer relativ neuen orchestralen Kompetenz. Beeindruckend, wie flexibel die Musiker des OPL die Solistin Patricia Kopatchinskaja im uraufgeführten Violinkonzert von   Francisco Coll begleiteten. Und dann Bruckners „Vierte“ und damit eine Komposition, die nicht gerade zum Kern-Repertoire des französisch geprägten OPL gehört. Aber Gimeno und seine Musiker haben sich Bruckner Stil hellhörig genähert. Statt sich auf den blechbläserstarken Bruckner-Klang zu verlassen, suchten und fanden sie die Romantik in dieser „Romantischen“. Es ist eine Musik, die mal klingt wie aus der Ferne und sich dann zu überwältigender Präsenz verdichtet. Gimeno gibt der Orchester-Mittellage eine ­nachdrückliche Präsenz, hebt melodieführende Hornpartien deutlich hervor. Aber weit über solche klangtechnischen Maßnahmen hinaus gelingt es ihm, dem Orchester Spannung, Intensität und den Musikern Begeisterung mitzugeben. Sie spielten wie elektrisiert. Dieser Bruckner klang nicht sakral abgeblendet und nicht wagnerianisch auftrumpfend, sondern einfach hingebungsvoll – mal wuchtig, mal intim und immer ganz nah an der Tonsprache des „Meisters von St. Florian“. Schöner kann ein Konzert eine Vertragsverlängerung nicht ergänzen.