Philharmonische Hochgefühle

Die Luxemburger Philharmonie und ihr Hausorchester haben ihre Anziehungskraft verstärkt. Zahlen belegen, dass der Veranstaltungszuwachs nicht auf Kosten anderer Kultureinrichtungen gehen muss.

Luxemburg. Die Stimmung war so sonnig wie das Wetter draußen. Das "Orchestre Philharmonique du Luxembourg" (OPL) und die Philharmonie sind auf der Habenseite gelandet. Auch wenn detaillierte Zahlen beim OPL nicht vorliegen - dem Klangkörper hat der Einzug als "Hausorchester" in die Philharmonie nicht geschadet. Emmanuel Krivine, der im Herbst die zweite Spielzeit als OPL-Chefdirigent beginnt, machte als Ziel der künstlerischen Arbeit die Entwicklung eines eigenen Klangcharakters aus. Mit einem Programm, dessen Schwerpunkt auf dem Oeuvre von Hector Berlioz liegt, das aber auch den zweiten Akt von Wagners "Tristan" konzertant aufführt und zum 75. Bestehen eine Auftragskomposition von Alex Müllenbach präsentiert, dürfte der Klangkörper diesem Ziel fraglos näher kommen.Auch bei den Konzerten, die die Philharmonie selbst veranstaltet, ist der Trend positiv. In den ersten sieben Monaten der laufenden Spielzeit stieg die Besucherzahl gegenüber dem Vergleichszeitraum 2005/2006 von 102 000 auf gut 116 000. Damit stehen die Aussichten gut, dass die Gesamtzahl von 140 000 Besuchern in der vergangenen Spielzeit von der Saison 2006/07 deutlich übertroffen wird. Generaldirektor Matthias Naske betonte überdies, das die Zunahme der philharmonie-eigenen Veranstaltungen nicht auf Kosten der übrigen Organisationen geht. Während die Konzerte, die von der Philharmonie direkt veranstaltet wurden, von 129 (2005/06) auf 190 steigen, gehen die Fremdveranstaltungen nur leicht von 85 (2005/06) auf 82 zurück. Wie der Publikumsmagnet Philharmonie andere Veranstaltungen in der Großregion beeinflusst, lässt sich diesen Zahlen allerdings nicht entnehmen. Für die kommende Saison stehen die Stars wieder vor der Tür, etwa das Orchester der Bayreuther Festspiele unter Christian Thielemann, das Israel Philharmonic Orchestra unter Zubin Mehta. Jazz-Größen wie Chick Corea, John Mclaughlin, Joe Zawinul oder auch der Weltmusiker Caetano Veloso.Rund 25 Prozent sind ausländische Besucher

Die Resonanz aus der Trierer Region verstärkt sich gleichfalls. Mittlerweile haben gut 50 deutsche Musikfreunde OPL-Abos gebucht, und von den rund 25 Prozent ausländischen Philharmonie-Besuchern kommt immerhin die Hälfte aus dem Bezirk um Trier. Transfers zu den Konzerten von OPL und Philharmonie werden mittlerweile reichlich angeboten. Im Veranstaltungsprogramm der Philharmonie, das die Konzerte der OPL und anderer Fremdveranstalter selbstverständlich einschließt, kündet ein kleines Signet von der Möglichkeit, die große Kultur im Luxemburger Konzerthaus bequem mit dem Bus zu erreichen. Auch die Einbindung Trierer Künstler steht bei Matthias Naske weiter auf der Agenda, gestalte sich, so der Generaldirektor, beim aktuellen Konzept indes schwierig. Für 2008 plant Naske ein A-cappella-Chorprojekt für die Großregion. Mindestens ein Trierer Chor werde dann sicherlich dabei sein. www.philharmonie.lu; www.opl.lu Anmeldungen zur Busfahrt in die OPL-Konzerte bei Lydia Oermann, Tel. (0651) 9930061Das Programm Israel Philharmonic Orchestra unter Zubin Mehta (17.9.), OPL unter Gerd Albrecht mit Werken von Hindemith und Beethoven (20.9.),Solistes Europeens unter Jack Martin Händler mit Beethoven (24.9.), Martha Argerich und Nelson Freire an zwei Klavieren (26.9.), Joe Zawinul (30.9.), OPL mit Francesco Tristano, Luxembourg Festival (4.10. bis 25.11.), United Instruments of Lucilin: Porträt Yan Marestz (10.10.),Tabea Zimmermann, Viola (Artiste in Residence, 13. 10., 12. 1., 13. 1.), Cleveland-Orchestra unter Franz Welser-Möst (24.10.), Wiener Philharmoniker unter Georges Prêtre (15.11.), Orchester der Wiener Staatsoper unter Adam Fischer mit Bo Skovhus und Angelika Kirchschlager mit Mozarts "Don Giovanni" (16.11.), Grigory Sokolov, Klavier (18. 11.),Tokyo String Quartet (24.11.), Orchester der Bayreuther Festspiele unter Christian Thielemann (25.11.),Kremerata Baltica unter Gidon Kremer (10. 3. 08), Konzert zum 75-jährigen Bestehen des OPL unter Emmanuel Krivine, einem Auftragswerk von Alex Müllenbach und "La Damnation de Faust" von Berlioz (18.4. 08), tickets@philharmonie .lu

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