Philharmonisches Orchester der Stadt Trier stärkt Generalmusikdirektor Puhl den Rücken

Philharmonisches Orchester der Stadt Trier stärkt Generalmusikdirektor Puhl den Rücken

Das Philharmonische Orchester der Stadt Trier hat sich in einem offenen Brief an die Entscheidungsträger der Stadt einstimmig für eine Vertragsverlängerung ihres Generalmusikdirektors Victor Puhl ausgesprochen. Puhls Vertrag läuft noch bis 2016, das Orchester soll nach dem Willen des neuen Intendanten Karl Sibelius künftig durch einen ihm unterstellten Chefdirigenten geleitet werden.

Die Debatte um die künftige musikalische Leitung im Trierer Theater geht weiter. Nun hat sich auch der Vorstand des Philharmonischen Orchesters der Stadt Trier in einem offenen Brief zu Wort gemeldet. Darin spricht sich das Orchester einstimmig für eine weitere Zusammenarbeit mit ihrem Generalmusikdirektor Victor Puhl und für seine Vertragsverlängerung als Generalmusikdirektor aus.

Große Bedenken äußert der Vorstand gegen die angestrebte Leitungsform des Theaters, die zuletzt auch vom langjährigen Trierer Stadtratsmitglied Gerd Dahm (Grüne) in scharfer Form kritisiert worden war.

Der Vorstand betont die hervorragende und erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem auch beim Publikum sehr beliebten Puhl. Er habe starke künstlerisch-musikalische Akzente gesetzt und neue Publikumsschichten durch neue Konzertformate zu interessieren.
"Aufgrund all dieser Verdienste kann Victor Puhl nicht zugemutet werden, sich erneut einem Bewerbungsverfahren stellen zu müssen. Es wäre ein einmaliger Vorgang, würde ein aktueller GMD, den jeder kennt und den jeder einschätzen kann, in dieser Form öffentlich vorgeführt", heißt es in dem Schreiben. Der neue Theaterintendant Karl Sibelius will den Generalmusikdirektor durch einen Chefdirigenten ersetzen, der ihm direkt unterstellt ist. Das sei nicht hinnehmbar, so der Orchestervorstand: "Dies wird der herausgehobenen Stellung eines Generalmusikdirektors als erstem musikalischem Repräsentanten der Stadt Trier in keiner Weise gerecht."

Der Orchestervorstand fragt in seinem Brief, warum der neue Intendant ein Alleinentscheidungsrecht reklamiere. Die Zusammenarbeit von Intendant, Verwaltungsdirektor und Generalmusikdirektor sei an fast allen deutschen Theatern bewährt. Der Vorstand verweist auf das Theater Kiel, das erfolgreich von einer Dreierspitze in der Rechtsform einer Anstalt des öffentlichen Rechts geführt werde. j.e.
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