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Pilgern auf musikalisch

Pilgern auf musikalisch

Mehr als 2500 Zuschauer haben sich am Samstag in der Trierer Arena auf eine musikalische Zeitreise in die Siebziger begeben. Mit "Abba - The Show" stand die wohl beste Revival Band er schwedischen Grand-Prix Sieger auf der Bühne.

Trier. Als Abba 1974 mit ihrem "Waterloo" im englischen Brighton den Eurovision Song Contest gewonnen haben, waren die meisten der Zuschauer, die am Samstagabend zum Konzert "Abba - The Show" in die Arena nach Trier gekommen sind, noch kleine Kinder. Die Musik der schwedischen Superstars hat die Jahrzehnte aber generationenübergreifend ganz oben auf der Beliebtheitsskala überdauert.
Die einen haben ihre Kinder mitgebracht, andere schon ihre Enkel. Ein wahrlich bunt gemischter Haufen, der dort zu einer Art Pilgerreise der Popmusik aufgebrochen ist. Und das Publikum soll am Ort der Verehrung ankommen, zumindest spirituell. Schon nach fünfzehn Minuten gibt es beim ersten Hit "SOS" kein Halten mehr: Die Zuschauer springen auf, klatschen und singen mit - gerne auch schräg und laut.
Die Band um Sängerin Katja Nord (als Anni-Frid-Double) und Camilla Dahlin (Agnetha) spult das komplette Hitprogramm von Abba sehr routiniert ab. "Kein Vergleich zum Original" sagt der Herr in der dritten Reihe, er filmt aber alles mit seinem Handy.
Licht und Sound sind perfekt, bunte, poppige Spots in den Orangetönen der 1970er und eine schön "soft" ausgesteuerte Musikanlage sorgen für eine angenehme Grundstimmung. Dazu spielt ein komplettes Symphonieorchester aus London, und einige Musiker und Sängerinnen verstärken die Bemühungen der Band, ihren Vorbildern möglichst nah zu kommen.
Und das gelingt bei Welt-Hits wie Mamma Mia, Money Money Money, Fernando oder Dancing Queen auch ganz prima. Viele Zuschauer hält es nach der Pause nicht mehr auf den Sitzen, in den Gängen wird getanzt, vier junge Damen haben sich gar Blumenkränzchen ins Haar gewunden.
Die dreißigköpfige Mannschaft auf der Bühne wird jetzt auch ein wenig warm mit dem Trierer Publikum. Genau ein Jahr nach ihrem letzten Auftritt in der Moselmetropole wirkten sie zu Beginn etwas zurückhaltend.
Die Kraft und die Erinnerungen, die die im Original schon sehr aufwendig produzierten Ohrwürmer entfalten, ist großartig. Auch nach Jahrzehnten stellt sich Gänsehaut ein, alle Knie wippen, die erhobenen Arme winken im Takt. Und als letzte Zugabe das wahre Motto des Abends: "Thank you for the Music"! DT