Pinocchio

(U. M.) Roberto Benigni ist Geschichtenerzähler und Selbstdarsteller. Vor allem aber ist er stets ein Kind im Manne geblieben. Es passt also ins Bild, dass Benigni sich schon früh mit einer Verfilmung von Carlo Collodis Kinderbuchklassiker trug.

Befeuert vom Oscar-Erfolg von "Das Leben ist schön", konnte er seinen Traum jetzt mit einem Budget von 40 Millionen Euro erfüllen. "Pinocchio" ist die teuerste italienische Produktion der letzten 50 Jahre. Benignis Pinocchio nervt, weil er pausenlos Widerworte gibt und alles besser wissen will. Noch verstörender allerdings ist Benignis Entschluss, die Titelrolle selbst zu spielen. Pinocchio, der Hampelmann, ist vom ersten Moment an von einem Erwachsenen verkörpert, was es so noch nicht gegeben hat. In seinem weißen Anzug mit den bunten Flicken und dem hohen, runden Spitzhütchen macht Benigni seinen Pinocchio zum Harlekin. Er lacht und weint, tollt und tobt, und keine Minute vergeht, in der er nicht das Mundwerk führt. Mehr Benigni gab es nie in einem Film. Vielleicht ist es zu viel. Es ist ein wunderschöner Film geworden mit der opulenten Schaupracht seiner Kostüme, Masken und Trickeffekte. Aber ob man es auch so wahrnimmt, steht und fällt mit der Sympathie für eine in jeder Hinsicht ungebremste One-Man-Show. (Cinemaxx, Trier)