Portrait des Popsängers DARI, der diese Woche in der Region Trier auftrat

Popmusik : Lieber Sänger als Fußball-Profi

Der Traum von der großen Karriere: Der Kölner Popsänger DARI (35) sang bei Voice of Germany und als Support von Pur vor 15 000 Zuschauern, Profi-Fußballer war er auch mal kurzzeitig. In dieser Woche sang er in Trier, Osburg; Kell und weiteren Orten der Region. Warum, sagt er im TV.

Der Job, die Leidenschaft, das Engagement – das kann schon mal richtig wehtun. Etwa, ganz profan, an den Po-Backen. So geht’s an diesem Montagabend Darius Zander, Künstlername DARI, beim spontanen Interview-Termin in einer Hotellobby an der Porta Nigra. Der Kölner Popsänger hat gerade die zweite Etappe der Vor-Tour der Hoffnung hinter sich, dem Benefiz-Radeln für krebskranke Kinder. Puh, anstrengender als gedacht, findet der 35-Jährige. Der ist durchtrainiert, kein Gramm Fett zu viel, als studierter Fitness-Ökonom auch keine Überraschung. „Aber Radsport ist eigentlich nicht meine Welt“, sagt er.  Es sind „krasse Tage“, die der Kölner hinter sich hat – und das nicht wegen der vielen Kilometer in den Beinen. Anfang des Monats kam sein Debütalbum raus, es folgte eine Radio-Promotour durch Deutschland, am Sonntag trat er noch im ZDF-Fernsehgarten auf. Interviews, kleinere Auftritte, Selfies mit Fans, ein Lächeln für jede Kamera. Für manche Musiker lästige Pflicht. Für DARI ist es ein Traum, der wahr wird. „Jetzt geht es richtig los“, so fühle es sich an. „Das macht mir unglaublich viel Spaß“, sagt er. Es ist nicht sein erster Kindheitstraum, der an der Realität kratzt. DARI war mal Profi-Fußballer, lange her. Zwar „nur“ als junger Lizenzspieler beim damaligen Drittligisten Fortuna Köln, aber genug, um zu sehen, wie das Geschäft läuft. Eine gute Erfahrung, erinnert er sich. „Fußball ist ein Ausdauer-Ding, wie die Musik: Du musst immer dranbleiben, mit Disziplin und Ausdauer kommst du weiter.“ Er sei aber froh, dass er die Fußballkarriere früh beendet hat, auch um den Kopf für seine Kindheitsliebe Musik wieder freizubekommen. Für die ganz große Laufbahn sei er auch zu langsam gewesen.  „Als Fußballprofi bewegst du dich in einer Blase. Du kannst auch unterhalb der Bundesliga gutes Geld verdienen, aber mittlerweile eigentlich nur noch bis 30 – und das hat nicht viel mit dem realen Leben zu tun. Und dann stehst du mit 33 da und was dann?“, sagt er. „Das Geile am Musikmachen ist: Ich liebe es, ich kann es immer machen, gibt keine Altersbegrenzung. Ich kann auch mit 60 noch in der Hotelbar spielen, wenn ich will.“ Er brauche nicht viel, komme mit wenig klar, sagt er. „Ich will lieber morgens aufstehen und sagen: Ich habe Bock auf den Tag, finde den Job geil, den ich mache.“ Klar: Richtig durchzustarten wäre auch großartig. Zwei Touren mit der Band pro Jahr. Einen Hit, den alle kennen. Vielleicht mal nach L.A. für einen Song mit Zedd, der hat es aus der Pfalz zum Weltstar gebracht. Ziele, Wünsche, noch Zukunftsmusik. „Klar, will ich gerne erfolgreich sein“, sagt DARI. „Aber ich will ich in erster Linie Musik machen.“

DARI bei einem kleinen Auftritt in Trier am Montagabend. Foto: DARI/Darius Zander

Im Fußball habe er mehr Druck empfunden. „Musik ist kein Druck für mich. Ob ich vor 15000 Leuten im Vorprogramm von Pur singe oder vor 50 Kids a cappella in der Grundschule Osburg – das macht beides Spaß und ist fast gleich erfüllend.“ DARI hat beide Erfahrungen gemacht. Vor Pur oder mit Max Giesinger spielte er auch, weil er es vor drei Jahren bei Voice of Germany ins Team von Yvonne Catterfeld geschafft hatte („Das ist ein Siegel, dass man wirklich singen kann – das hat mir auch geholfen“). Und in Osburg sang er noch wenige Stunden vor dem Interview bei der Radtour: „Ich habe an allen Standorten jeweils ein, zwei Songs von mir gespielt.“ In seinem Publikum finden sich viele Mädchen und Frauen. „Ich mache Deutsch-Pop, eher balladesk, damit erreiche ich natürlich die jungen Mädels und deren Mütter – aber wenn der Freund oder Mann mitkommt, sagt der dann auch oft: War gar nicht so übel.“  

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