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Posex, Poesie und Eintracht-Witze

Posex, Poesie und Eintracht-Witze

Er ist für seine Nonsens-Texte bekannt - der Liedermacher Funny van Dannen aus Berlin. Am Sonntagabend ist der 52-Jährige im großen Saal der Tufa aufgetreten. Mehr als 300 Leute haben das Konzert besucht.

Trier. Ein Mann mit einer Gitarre und sechs Mundharmonikas kommt am Sonntagabend auf die Bühne des großen Saals der Tufa. Außer seinen Instrumenten hat der Berliner Funny van Dannen einen kleinen Koffer dabei, der voll mit Zetteln ist. "Da stehen meine Lieder drauf, ich kann mir doch nicht mehr alles merken", gibt er zu und lacht laut.

Doch Angst, dass er zwischendurch den Text vergisst oder sich auf seiner Gitarre verspielt, ist unbegründet. Die lustigen ("Flache Ratte"), die sozialkritischen ("Humankapital") und auch die frechen Lieder ("Posex und Poesie") beherrscht der Sänger sicher. Van Dannen macht Witze über die Eintracht Trier. Doch dann solidarisiert er sich mit den Fans, die leise protestieren: "Hört mal, ich bin FC Köln-Fan, ich bin also auch leidgeprägt."

Auch wenn die musikalische Darbietung von Funny van Dannen an sich recht minimalistisch ist, er bei seinen Mundharmonika-Einlagen nicht immer ganz den Ton trifft, macht es doch Spaß, dem Liedermacher beim Musizieren zuzuschauen. So simpel seine Melodien auch sind, so ähnlich die Gitarrenriffe auch klingen, so sind es seine Stimme, sein leichter Akzent und die Texte seiner Lieder, die das Publikum überzeugen.

Van Dannen wippt auf der Bühne umher, tanzt mit seiner Gitarre und schaut schelmisch zum Publikum, wenn er einen Witz gemacht hat, der ihm selber gefällt.

Über zwei Stunden lang spielt der Songwriter für seine Trierer Fans, kommt dabei selbst ganz schön ins Schwitzen. "Wahrscheinlich die Menopause", sagt er. Auch wenn er viele Lieder vom aktuellen Album "Saharasand" spielt, sind es doch vor allem die alten Stücke wie "Nana Mouskouri" oder "Plastikball" , bei denen das Publikum laut mitsingt, schunkelt und sogar ein bisschen tanzt. Aus seinem Album "Nebelmaschine" singt Funny den Titelsong. Als dann plötzlich hinter ihm auf der Tufa-Bühne tatsächlich eine Nebelmaschine anspringt, muss er wieder laut lachen, der Mann mit der Gitarre und den sechs Mundharmonikas.