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Prachtvoller Jahresabschluss mit Bach

Prachtvoller Jahresabschluss mit Bach

Das Silvesterkonzert in Triers bekanntester Barockkirche ist für viele Musikfreunde ein Muss zum Jahresabschluss. Auch diesmal gab es dort einen prachtvoll-feierlichen Jahreswechsel.

Trier. Ganz so gut besucht, wie man es vom traditionellen Konzert zum Jahreswechsel in der Trierer Basilika St. Paulin gewohnt ist, war der musikalische Jahresabschluss 2010 nicht. Zwar boten die rund 450 Zuhörer immer noch eine beeindruckende Kulisse, aber die Veranstalter mussten im Vergleich zu den Vorjahren feststellen, dass knapp 100 Musikfreunde weniger den Weg nach St. Paulin gefunden hatten.

Überaus engagierter Chor



Die Spekulationen über den Grund sind so vielfältig wie müßig. Lag es am Wetter, lag es an einem anderen zeitnahen Konzert, das dieselbe Klientel ansprach, oder daran, dass erstmals der neue Kantor der Basilika, Volker Krebs die Leitung des Konzertes innehatte?

Letzteres sollte keinen Grund darstellen. Was Krebs dem Publikum zu bieten hatte, stellte qualitativ keinen Unterschied zu den bisherigen Konzerten dar. Ein überaus engagierter Chor, gebildet aus dem Vokalensemble der Basilika und dem Basilikachor, sowie das Basilikaorchester interpretierten ein spritziges und festliches Programm, in dem der Familienname Bach im Fokus stand.

Schon der Beginn des Abends mit dem Schlusschor aus Johann Sebastian Bachs Kantate 190 demonstrierte den prachtvollen Charakter, den Krebs dem Abend verleihen wollte. Majestätisch waren auch die beiden großen Chorwerke, die Krebs vorbereitet hatte: das Magnificat D-Dur, Wq 215, vom Bachsohn Carl Philipp Emanuel und die Neujahrskantate "Jesu, nun sei gepreiset", BWV 41, vom Thomaskantor selbst. Beides Kompositionen, die einen hohen Anspruch an alle Interpreten stellen. Mit seinem klaren und eindeutigen Dirigat führte Krebs Chor und Orchester sicher durch die Werke, und beide Klangkörper erwiesen sich als bestens für ihre Aufgaben gerüstet.

Mit Antonia Lutz (Sopran), der Altistin Christine Wehler, dem Tenor Rüdiger Ballhorn und Vinzenz Haab (Bariton) hatte der Regionalkantor ein Solistenquartett zusammengestellt, das fast uneingeschränkt den Anforderungen gerecht werden konnte, wobei Lutz mit ihrem glänzenden Timbre und Haab mit besonders exquisiten gestalterischen Qualitäten etwas hervorstachen.

Ballhorns Stimme war vom Volumen her seiner Aufgabe nicht ganz gewachsen. Hier hätte Krebs das Orchester etwas zurücknehmen müssen. Ein Umstand, der sich auch beim instrumentalen Intermezzo, dem Orgelkonzert Nr. 4 von Franz Xaver Brixi mit Domorganist Josef Still, bemerkbar machte. Die Truhenorgel, an der Still seinen Solistenpart technisch unangefochten bewältigte, war vom Klang her nicht in der Lage, sich gegen das Orchester so durchzusetzen, wie man es von einem Soloinstrument erwarten kann.

Alles in allem war der Abend aber ein musikalischer Jahresabschluss, wie man ihn aus St. Paulin gewohnt ist, inklusive dem langen und begeisterten Applaus.