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Profitieren von den Luxemburgern

Profitieren von den Luxemburgern

Das achte und letzte Sinfoniekonzert der Saison steht am Donnerstag, 3. Juli, auf dem Programm. Anlass für ein Resümee des Trierer Generalmusikdirektors Victor Puhl.

Trier. Im Interview mit TV-Mitarbeiter Martin Möller zeigte sich Puhl sehr zufrieden mit den Besucherzahlen der Konzerte und entwarf Perspektiven für die künftige Arbeit. Konkrete Gespräche mit dem neuen Intendanten Karl Sibelius habe es allerdings noch nicht gegeben.

Herr Puhl, am 3. Juli findet das achte und letzte Sinfoniekonzert der Spielzeit statt. Zeit für ein Resümee. Womit sind Sie zufrieden, und was muss sich verändern?
Viktor Puhl: Ich bin mit der Resonanz auf die Spielzeit sehr zufrieden, wir haben tolle Zuschauerzahlen. Die Weltmusik-Konzerte waren sehr erfolgreich. Bei den Sinfoniekonzerten sind die Besucherzahlen gestiegen, wir waren mehrfach ausverkauft. Das allgemeine Interesse an sinfonischer Musik nimmt zu. Wir profitieren dabei auch vom Erfolg der Luxemburger Philharmonie. Die Familienkonzerte waren in dieser Spielzeit zum ersten Mal wirklich erfolgreich. An der Reihe "Klassik um Elf" müssen wir noch arbeiten. Wir waren im Programm wohl etwas zu experimentell, das werden wir in der nächsten Saison ändern. Aber ich glaube fest an den Erfolg dieser Reihe.

Sie haben in den vergangenen Spielzeiten erst zu einem Mahler- und dann zu einem Bruckner-Zyklus angesetzt, aber beide nicht zu Ende gebracht. Haben sich die Philharmoniker an diesen Stücken verhoben?
Puhl: Das ist es nicht. Es war vor allem eine finanzielle Frage. Die zahlreichen Aushilfen kosten Geld, das uns in anderen Bereichen dann fehlt. In der nächsten Spielzeit können wir Mahlers "Totenfeier" nur aufführen, weil wir einen zusätzlichen Etat haben. Außerdem haben wir die meisten Mahler-Sinfonien aufgeführt und bei Bruckner einen großen Teil.

Und die Konzerte für Familien, für Kinder und junge Leute oder die Weltmusik - meinen Sie, dass dadurch jemand in die Sinfoniekonzerte geht, früher oder später?
Puhl: Ganz eindeutig ja! Es wird ja viel von der für Klassik "verlorenen Generation" der 40er geredet. Aber die nächste Generation hat wieder Interesse an klassischer Musik. Ich glaube fest, dass sich unsere Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Familien auszahlt.

Die Zusammenarbeit mit Metz ist doch wohl vorbei. Haben Sie zum Ausgleich andere Projekte in Aussicht?
Puhl: Ich habe David Reiland, Dirigent des Orchestre de Chambre du Luxembourg, für das 6. Sinfoniekonzert engagiert und kann mir vorstellen, dass es zu einer Zusammenarbeit kommt. Beide Orchester könnten sich hervorragend ergänzen.

Und woran ist die Zusammenarbeit mit Metz gescheitert?
Puhl: Die Metzer planen mit weit längeren Fristen als wir. Immer wenn ich anrufe, heißt es: Wir haben dann und dann schon ein Konzert. Das größte Problem allerdings: Metz ist ein Nationalorchester geworden. Seitdem ist der Kontakt abgebrochen.

Der Generalmusikdirektor ist Angestellter der Stadt und nicht des Theaters. Mal von den Konzerten abgesehen - was haben Sie im Theater überhaupt zu sagen?
Puhl: Es geht im Theater in erster Linie darum, gute Entscheidungen für das Haus und das Programm zu treffen. Ich habe eine alleinige Entscheidungskompetenz bei den Konzerten. Beim Musiktheater entscheiden der Intendant und ich gemeinsam.

Haben Sie im Gespräch mit Herrn Sibelius denn schon Bereiche abgesteckt, in denen Sie das Sagen haben?
Puhl: Wir hatten dazu keine konkreten Gespräche. Über sein Konzept werden wir uns sicher im Laufe des kommenden Jahres noch intensiv austauschen.

8. Sinfoniekonzert, 3. Juli, 20 Uhr, im Trierer Theater. Werke von John Adams, Richard Strauss und Hector Berlioz. Christiane Libor, Sopran; Dirigent: Victor Puhl. mö