Protest durch Musik

Das Philharmonische Orchester setzt seine Sibelius-Reihe fort. Im 5. Sinfoniekonzert am Donnerstag, 3. Februar, folgt die 4. Sinfonie. "Sein erstes Werk von Weltrang", sagt Dirigent Valtteri Rauhalammi. Außerdem stehen Mozart und Prokofjew auf dem Programm.

(mö) Wenn die Rede auf Jean Sibelius kommt, dann spürt man: Der Finne Valtteri Rauhalammi fühlt sich künstlerisch zu Hause. Natürlich beruht das Engagement des Kapellmeisters am Trierer Theater für seinen berühmten Landsmann nicht auf blindem Patriotismus, sondern auf künstlerischer Affinität. 2009 feierte Rauhalammi mit der "Kullervo"-Sinfonie einen Riesenerfolg. Jetzt steht die 4. Sinfonie an; im 5. Sinfoniekonzert im Trierer Theater. Sibelius hat mit der "Vierten" erstmals seinen eigenen Stil gefunden. Eine "große Ehrlichkeit", eine "sehr persönliche Aussage" sei in dieser Sinfonie auskomponiert, sagt Rauhalammi. "Ich schrieb die Sinfonie als Protest gegen die gegenwärtigen Kompositionen", hatte Sibelius einem Freund mitgeteilt. Für den Trierer Dirigenten ist es Sibelius' erstes Werk von Weltrang.

Stilistisch ganz anders ist das 2. Klavierkonzert von Sergej Prokofjew. Es setzt auf alle die Dimensionen, auf die Sibelius gezielt verzichtet: auf Dramatik, auf ausladende Emotionalität, auf pianistische Brillanz. Den Solopart spielt nicht Kim Barbier, die aus persönlichen Gründen absagen musste, sondern Alexei Petrov. Der junge Russe, der Konzertreisen nach Japan, China, Lateinamerika und in die USA unternahm, gilt in Deutschland noch eher als Geheimtipp. "Einer der talentiertesten Pianisten aus der russischen Schule", heißt es in einer Mitteilung des angesehenen Maribor-Festivals in Slowenien.

Und die Ouvertüre zu "Titus"? Mozarts späte Oper gilt als problematisch und die Ouvertüre gleichfalls. Aber Rauhalammi teilt die Kritik nicht. "Ein knackiges Stück" sei das. Und genau richtig als Einleitung zu einem Sinfoniekonzert.

5. Sinfoniekonzert am Donnerstag, 3. Februar, 20 Uhr, im Trierer Theater. Werke von Mozart, Prokofjew und Sibelius. Alexei Petrov, Klavier. Philharmonisches Orchester Trier, Leitung Valtteri Rauhalammi. Karten: 0651/7181818

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